ein wunderschöner, glatter, flacher Kieselstein. Er wohnte am Grund eines Baches. Der Stein war graubraun mit ein paar roten Sprenkeln. Tag ein Tag aus spürte er, wie das Wasser über ihn hinweg floss und seine Oberfläche umspülte, er sah die Sonne über dem Wasser auf- und untergehen, manchmal gab es Wolken am Himmel, die er verschwommen wahrnahm und hin und wieder plätscherte der Regen auf die Wasseroberfläche. Fische schwammen vorbei und grüßten ihn freundlich und er hatte sich für sein Alter schon ein beachtliches Algenkleid zugelegt.
So sah der Alltag des kleinen Kieselsteins aus und eines Tages wurde es dem Steinchen ein wenig langweilig. Er wollte etwas erleben. Nun sagte er zu den anderen Kieseln, die in seiner Nähe lagen: „Hallo Freunde! Ist Euch auch so langweilig wie mir? Ich würde zu gerne einmal etwas erleben. Vielleicht könnten wir uns ja mal an Land spülen lassen?“ Doch die anderen Steine waren zufrieden mit ihrem Leben und ihnen war überhaupt nicht nach Abwechslung. Einer sagte: „Ein entfernter Verwandter von mir wurde seinerzeit an Land gespült und wie man hört, wurde er von großen, zweibeinigen Ungetümen zertrampelt und in tausend Stücke zerbrochen. Es ist sehr gefährlich auf dem Land, musst Du wissen.“
Das machte dem kleinen Kieselstein große Angst. Und er beschloss, lieber dort zu bleiben, wo er war: in Sicherheit. Doch mit der Zeit wurde die Langeweile immer größer, bis sie eines Tages größer war als seine Angst. Da fing er an, sich leichter zu machen und sich mit aller Kraft vom Boden abzudrücken, damit das Wasser ihn mitnehmen konnte. Und tatsächlich: Tag für Tag kam er ein beträchtliches Stück voran. Bis er nach vielen vielen Tagen merkte, dass er nur noch zur Hälfte mit Wasser bedeckt war. Er sah das Ufer, er sah Bäume und Vögel und Gras und Blumen – ohne den Schleier des Wassers. „Eine wunderbare Welt!“ dachte er bei sich. „Warum habe ich nur so lange gezögert?“
Der kleine Kiesel genoss diese neuen Bilder und das Gefühl des Windes auf seiner glatten Oberfläche. Eines Tages jedoch mischten sich zu den Vogelstimmen und Windgeräuschen noch andere Stimmen hinzu, Stimmen, die er noch nie zuvor gehört hatte. Er sah große zweibeinige Wesen, die lachten und kreischten und wild herumliefen. Der kleine Stein wurde ganz nervös und starr vor Angst, denn er war sich sicher, in Kürze zertrampelt und in tausend Stücke zermalmt zu werden, wie der Verwandte seines Freundes. Die Wesen kamen immer näher und der kleine Kieselstein begann zu zittern und zu klappern vor Angst. Er war sich sicher, dass es gleich um ihn geschehen sein würde. Er kniff die Augen zusammen und ergab sich seinem Schicksal. Doch dann passierte etwas Unglaubliches. Eines der Wesen beugte sich zu ihm hinunter, hob ihn auf und begutachtete ihn von allen Seiten. Es schien Gefallen an ihm gefunden zu haben, weil er so schön glatt und flach war. Der kleine Kiesel litt Todesängste und betete zum Gott der Steine, dass er verschont bliebe. Doch ehe er sich’s versah, flog er wie ein Blitz durch die Luft und er spürte es an seiner Unterseite kitzeln, als er ein, zwei, drei, nein viermal auf der Wasseroberfläche aufsprang, bevor er ins Wasser eintauchte.
Tja, da war er wieder genau dort, wo er hergekommen war und erzählte seinen Freunden von seinem Abenteuer. Und ihr werdet es nicht glauben: Er fand es so schön, dass er schon am nächsten Tag wieder begann, sich leichter zu machen und sich mit aller Kraft vom Boden abzudrücken, damit das Wasser ihn mitnehmen konnte.
Wenn du nicht verletztlich bist, ist deine Widerstandskraft inauthentisch
Vor ein paar Tagen war ich in einer Buchhandlung, um mir neuen Lesestoff zu besorgen. Im Bestseller-Regal stand ein Buch, das meine Aufmerksamkeit erregte. Es trug den Titel ‚Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft – Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out‘. Ich gebe zu, ich habe das Buch nicht gekauft und nicht gelesen, allerdings habe ich mich danach mit dem Begriff ‚Resilienz‘ beschäftigt. In Wikipedia fand ich folgende Definition: Resilienz (lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Die Psychologie geht davon aus, dass die Fundamente dieser ‚Widerstandskraft‘ bereits in der Kindheit gelegt werden und es Menschen gibt, die diese Fähigkeit von Natur aus entwickeln. Resilienz wird auch verglichen mit dem Immunsystem der Seele oder mit ‚Hornhaut‘ auf der Seele. So weit, so gut. Ein Teil der Definition auf Wikipedia hat mich aber dann stutzig gemacht. Dort heißt es: Das Gegenteil von Resilienz ist Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Wusste ich doch, dass da irgendetwas faul ist!
Wäre ich irgendwann mal von einem Psychologen daraufhin untersucht worden, hätte man mir mit Sicherheit Resilienz bescheinigt. Resiliente Kinder werden (laut Wikipedia) von ihren Erzieherinnen beschrieben als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen. Genauso war ich als Kind, aber auch als Jugendliche und als junge Erwachsene – auch wenn das Selbstvertrauen wohl eher gespielt war, denn ich hatte nicht wirklich Selbstvertrauen. Denn tief in mir war die Überzeugung aktiv, nicht gut genug zu sein. Meine ganze Widerstandkraft beruhte also auf nichts anderem, als auf einer ausgeklügelten, vielfach getesteten Überlebensstrategie (inklusive schauspielerischer Fähigkeiten), die nichts, aber auch gar nichts mit authentischer Widerstandskraft zu tun hatte. Ich war überaus erfolgreich damit und mein Umfeld beneidete mich um meine positive Einstellung. Ich war allseits beliebt und gerne gesehen, schaffte jede Prüfung und steckte Krisen und schwierige Situationen unglaublich schnell weg – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das ging so lange gut, bis der Ort, wohin ich alles ‚wegsteckte‘ irgendwann voll war. Dann war es erst mal vorbei mit der Resilienz! Sie können sich vorstellen, was dann passiert ist.
Meine eigene Erfahrung lässt mich vermuten, dass die in der Psychologie so hochgepriesene Resilienz bei vielen Menschen oftmals genau das ist: eine als Überlebensstrategie entwickelte überdurchschnittliche Fähigkeit, sich anzupassen, Gefühle zu betäuben und sich dabei selbst und anderen etwas vorzumachen. Es ist ein Unterschied, ob ich schwierige Lebenssituationen gut ertragen und wegstecken kann oder ob ich wirklich gelernt habe, damit umzugehen und sie für mein Leben zu nutzen. Ersteres kann erreicht werden, indem wir uns so gut wie möglich taub machen und positiv denken. Authentische, echte Resilienz kann aber nur letzteres bedeuten.
Brene Brown, eine amerikanische Sozialforscherin, beschäftigte sich lange Zeit mit dem Phänomen von glücklichen Menschen. Sie fand im ersten Schritt heraus, dass das Gefühl von Verbindung (connection) einen Schlüsselfaktor für glückliche Menschen darstellt und zwar in allen Dimensionen: Verbindung zu anderen, zu sich selbst, zur Welt, zu dem was man tut. Sie fand weiterhin heraus, dass diese Verbindung oftmals durch die Angst, nicht zu genügen und nicht liebenswert zu sein, gestört ist. Das Gefühl von Scham unterbricht sozusagen diese Anbindung und lässt uns aus der Verbindung gehen. Brene Brown definiert in ihrem TED-Talk ‚The power of vulnerability‘ Scham als die Angst vor dem Abgetrenntsein, im Sinne von „Wenn die anderen mich so sehen, wie ich wirklich bin, dann werde ich ausgestoßen, weil ich nicht gut genug und der Verbindung nicht würdig bin.“ Die Krux liegt aber darin, dass echte Verbindung erst zustande kommt, wenn wir authentisch sind und uns den anderen so zeigen, wie wir wirklich sind – mit all unseren Fehlern und Unvollkommenheiten. Brene hat entdeckt, dass es in ihrer Forschung zwei Gruppen von Menschen gab: diejenigen, die sich trotz ihrer Fehler und Unvollkommenheit für würdig erachteten, in Verbindung zu sein und diejenigen, die sich für nicht gut genug hielten, wenn die anderen herausfinden würden, wie sie wirklich sind. Sie befasste sich genauer mit der ersten Zielgruppe und fand heraus, dass die Menschen dieser Gruppe alle folgende drei Eigenschaften aufwiesen: den Mut bzw. die Beherztheit (courage), sich mit ihren Unvollkommenheiten zu zeigen, Mitgefühl (compassion) sich selbst und anderen gegenüber und Verbindung (connection) – und zwar als Folge ihrer Authentizität. Diese Menschen waren also bereit, verletzlich zu sein und die Angst vor Ausgrenzung in Kauf zu nehmen, um in Verbindung zu gehen.
Das Ergebnis ihrer Forschung brachte Brene Brown zu folgender Erkenntnis: Verletzlichkeit ist einerseits der Kern von Scham und Angst, sie ist aber auch gleichzeitig der Geburtsort von Kreativität, Freude, Liebe und Zugehörigkeit – sie ist das Geheimrezept glücklicher Menschen. Und ich würde noch weiter gehen: Verletzlichkeit ist geradezu die Voraussetzung für authentische Resilienz! Also nicht die Resilienz, die so tut als ob und die Dinge ‚wegsteckt‘. Nicht die Resilienz, die versucht durch positives Denken das Gefühl von Scham und Angst zu überdecken, um es nicht zu fühlen. Nicht die durch eine möglichst hohe Taubheit ‚erkaufte‘ Fähigkeit, sich selbst vorzumachen, dass uns nichts umwerfen kann. Die Resilienz, von der ich spreche, authentische Resilienz, wird aus Verletzlichkeit geboren, also aus der Bereitschaft und der Fähigkeit, Schmerz zu fühlen und in Kauf zu nehmen. Schmerz in Form von Wut, Angst, Traurigkeit und Freude. Und diesen Schmerz dann als Treibstoff zu nutzen, um unser Leben nach unserer Vision zu gestalten.
Genauso wie wir unser körperliches Immunsystem aufbauen können durch bewusste und gesunde Ernährung, bewusstes Köpertraining usw. können wir das Immunsystem unseres emotionalen Körpers aufbauen und stärken, indem wir wieder lernen, zu fühlen. Authentische Resilienz entsteht also nicht dadurch, dass wir eine möglichst dicke ‚Hornhaut‘ auf der Seele entwickeln, um Schmerz nicht zu fühlen, sondern indem wir unsere ‚Gefühlsmuskeln‘ so trainieren und geschmeidig halten, dass wir den Schmerz bereits dann fühlen, wenn er noch nicht überwältigend groß geworden ist und wir ihn als Hinweis wahrnehmen können, dass es etwas zu tun gibt.
Bewusste Gefühlsarbeit ist ein Training für authentische Resilienz. Hier findest du Angebote dazu: Emotional Empowerment Training
Herzlichst
Eure Patrizia
Den TED-Talk von Brene Brown ‚The Power of Vulnerabilty‘ kann ich euch nur ans Herz legen. Er ist in Englisch, aber ihr könnt deutsche Untertitel dazuschalten: http://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability
Gefühlsarbeit stärkt die emotionale Widerstandskraft: Durch bewussten Umgang mit unseren Gefühlen trainieren wir unsere emotionale Kraft, Schmerz frühzeitig zu erkennen und als Antrieb für persönliches Wachstum zu nutzen.
Verbindung und Authentizität sind Schlüssel zum Glück: Brene Brown zeigt, dass Mut, Mitgefühl und Ehrlichkeit uns in echten Beziehungen und in unserem Selbstvertrauen stärkt, was essenziell für Glück ist.
Resilienz ist mehr als bloßes Wegstecken von Problemen: Viele Menschen entwickeln eine Überlebensstrategie, um Schwierigkeiten zu verdrängen, doch echte Resilienz bedeutet, sie zu nutzen, um persönliches Wachstum zu fördern.
Authentische Resilienz basiert auf Verletzlichkeit: Echte Widerstandskraft entsteht, wenn wir unsere Gefühle fühlen und akzeptieren, statt sie zu verdrängen oder nur positive Fassade zu zeigen.
Wahrscheinlich hast du das auch schon mal gehört. In den meisten spirituellen Disziplinen gibt es die Ansicht: ‚Entweder du tust etwas aus Angst oder aus Liebe‘. Es wird erklärt, dass es – reduziert auf den Kern – nur zwei Grundmotivationen für unser Handeln gibt, eben entweder Angst oder Liebe. Als ich vor vielen Jahren das erste Mal darüber gelesen habe, konnte ich diesen Gedanken total nachvollziehen. „Ja, genau!“, dachte ich damals und beobachtete mich dahingehend, wann ich etwas aus Angst und wann aus Liebe tat. Mittlerweile denke ich anders darüber, weil ich ein paar interessante Unterscheidungen erhalten habe, die ich damals noch nicht kannte. Ich verstehe zwar, was damit gemeint ist, glaube aber, dass die Worte, die benutzt werden, um zu beschreiben, was dahinter steckt, unglücklich gewählt sind. Die Wahl der Worte führt nämlich unweigerlich dazu, dass unsere Haltung zur Angst negativ belegt wird bzw. bleibt. Die Wahl der Worte beinhaltet die Gefahr, dass wir werten: ‚Etwas aus Angst zu tun, ist schlecht und etwas aus Liebe zu tun, ist gut‘. Und das engt unser Spielfeld und unsere Möglichkeiten gewaltig ein!
Lasst uns mal genauer hinschauen. Ist Angst wirklich das Gegenteil von Liebe? Angst ist ein Gefühl – nämlich neben Wut, Traurigkeit und Freude eines unserer vier Grundgefühle. Gefühle sind etwas zutiefst Menschliches und unweigerlich mit dem Menschsein verbunden. Und Liebe? Entgegen der weitläufigen Meinung ist Liebe kein Gefühl. Liebe ist etwas viel Größeres als ein Gefühl. Liebe ist ein Prinzip, eine archetypische Naturgewalt, etwas Überpersönliches, das überall vorhanden ist und durch uns hindurch wirken kann. Wenn man es also genau betrachtet, heißt das, Angst und Liebe spielen in völlig unterschiedlichen Ligen. Wie sollen die beiden da also Gegenspieler sein? Das wäre ungefähr so als wollten wir eine Banane mit dem Atlantik vergleichen.
Und was ist ein Motiv? Motiv kommt vom lateinischen movere, was ‚bewegen‘ heißt. Etwas, das uns bewegt, etwas zu tun oder zu lassen. Wenn wir in Bezug auf Motive schon ein Gegensatzpaar suchen, dann wäre das auf der einen Seite die Bewegung hin zu etwas und auf der anderen Seite die Bewegung weg von etwas. Aber was ist dieses ‚etwas‘? Hin zu was? Weg von was? Machen wir einfach mal ein kleines Experiment und vertauschen das Wort ‚etwas‘ mit dem Wort ‚Verantwortung‘. Dann wären unsere zwei Grundmotivationen nicht Angst und Liebe, sondern Verantwortung vermeiden (weg von Verantwortung) oder Verantwortung übernehmen (hin zu Verantwortung). Dieses Experiment würde ein völlig neues Spielfeld eröffnen, in dem Angst und Liebe ihre ursprüngliche neutrale Bedeutung einnehmen könnten, nämlich als Grundgefühl und als Prinzip. Sie wären auf einmal keine Gegenspieler mehr.
hin zu Verantwortung – weg von Verantwortung
Und zu welcher Seite gehört nun die Angst? Vielleicht wird es dich überraschen: Sie gehört zu beiden Seiten. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten, mit der Angst umzugehen: bewusst und verantwortlich oder unbewusst und unverantwortlich. In der Regel tun wir letzteres, weil wir in unserer Gesellschaft nicht lernen, mit unseren Gefühlen und damit auch mit unserer Angst umzugehen. Wir haben gelernt, dass Angst etwas ist, was unbedingt vermieden werden muss. Angst lässt uns erstarren, lässt uns nicht mehr richtig funktionieren und lässt uns schwach sein. Angst ist etwas für Angsthasen und Feiglinge und so weiter. Deshalb haben wir in unseren Gehirnen die Angst verkabelt mit ‚gefährlich‘ oder ‚todbringend‘ oder ‚negativ‘. Da wir aber zu jeder Zeit Gefühle haben und uns auch natürlicherweise zu jeder Zeit in unterschiedlicher Intensität ängstlich über etwas fühlen, hat diese Programmierung dazu geführt, dass wir uns taub gemacht haben gegenüber unserer Angst. Wir betäuben das Gefühl der Angst – koste es was es wolle. So dass wir unsere Angst lange Zeit gar nicht spüren oder erst, wenn sie so groß geworden ist, dass sie in Panik umschlägt und genau zu den o.g. Resultaten führt, was wiederum unsere Geschichte beweist, dass Angst gefährlich ist. Und wir haben uns einen Mechanismus zugelegt, der sich ‚die Angst vor der Angst‘ nennt. Die Angst vor der Angst führt dazu, dass wir noch nicht einmal unseren großen Zeh über die Grenze des uns Bekannten schieben, um zu prüfen, wie es sich dort draußen anfühlt. Sie lässt uns schön dort verweilen, wo es gemütlich, vermeintlich sicher und bekannt für uns ist – selbst wenn uns dieser Bereich verhasst ist oder uns von unserem eigentlichen Potenzial abschneidet. Die Angst vor der Angst ist keine echte Angst, kein Gefühl, sondern eine Emotion, die wir teilweise von anderen (z.B. unseren Eltern) übernommen haben und teilweise durch alte eigene Erfahrungen aus unserer Vergangenheit gespeist wird – die aber nichts mit der aktuellen Realität zu tun hat. Dennoch ist sie so stark, dass sie uns daran hindert, unsere Bestimmung in Aktion zu sein.
Wenn wir aber weg wollen von der unbewussten und unverantwortlichen Angst hin zur bewussten, verantwortlichen Angst, müssen wir unsere Angst neu verkabeln. Was ist Angst eigentlich? Angst ist ein Gefühl und Gefühle sind weder gut noch schlecht. Gefühle dienen uns professionell, indem sie uns wichtige Informationen und Energie liefern, um bestimmte Handlungen ausführen zu können. So lässt uns Angst z.B. wach sein und Kleinigkeiten wahrnehmen. Angst lässt uns sorgfältig sein. Angst informiert uns darüber, dass wir unbekanntes Terrain betreten und weist uns den Weg. Angst lässt uns ungewöhnliche Lösungen und Auswege finden. Angst erweitert unsere inneren Grenzen und lässt uns auch außerhalb unserer bekannten Box unbegrenzt schöpferisch sein und vieles mehr. Der mit verantwortlicher Angst verbundene Archetyp ist der Schöpfer, der Magier.
Aber nochmal zurück zu den zwei Grundmotivationen: hin zu Verantwortung und weg von Verantwortung. Ausschlaggebend dabei ist, dass uns letztere Motivation in der Regel gar nicht bewusst ist. Das heißt, wir sind uns unserer Absicht, Verantwortung zu vermeiden, meist nicht bewusst. Aber warum sollten wir die unbewusste Absicht haben, Verantwortung zu vermeiden? Ich glaube diese Frage beantwortet sich von selbst, wenn wir mal darüber nachdenken, was wir in unserer Kultur mit ‚Verantwortung‘ verbinden. Uns wurde beigebracht, dass Verantwortung zu übernehmen, nicht unbedingt eine attraktive Sache ist, denn es würde unter anderem bedeuten, dass wir ‚schuld‘ sind, wenn etwas schief geht. Und um keine Verantwortung zu übernehmen, nutzen wir unsere Gefühle – unter anderem eben auch die Angst – wie oben beschrieben unverantwortlich.
Jetzt fehlt aber noch der Bezug zur Liebe. Was ist mit der Liebe, welche Rolle spielt sie in diesem Spiel? Wenn wir der unbewussten Absicht dienen, Verantwortung zu vermeiden, erzielen wir dadurch auch unbewusste und unverantwortliche Ergebnisse. Ein Beispiel: Vielleicht möchtest du seit Jahren schon deiner Bestimmung dienen. Weil in dir aber die unbewusste Absicht aktiv ist, Verantwortung zu vermeiden, nutzt du deine Angst unverantwortlich dazu, dir tausend Gründe auszudenken, warum es nicht möglich ist, den ersten Schritt in Richtung deiner Bestimmung zu tun („Das geht jetzt noch nicht, denn wir müssen erst das Haus abbezahlen.“; „In deinem Alter – nochmal völlig neu anfangen – wie stellst du dir das vor?“; „Denkst du eigentlich auch mal an deine Familie? Die Kinder brauchen dich doch!“ usw.). Und/oder du suchst dir Menschen in deinem Umfeld aus, die dich darin bekräftigen, dass es nicht geht. Und das Ergebnis? Du bleibst stecken im Hamsterrad des Überlebens. Du jammerst den lieben langen Tag über deine ausweglose Situation. Du beschuldigst andere oder dich selbst dafür, dass es dir schlecht geht, usw. Das sind die unverantwortlichen Ergebnisse, die unbewusst erzielt werden – denn bewusst würdest du natürlich viel lieber andere Ergebnisse erzielen. Es sind sogenannte Schattenprinzipien, wie Neid, Konkurrenz, Beschuldigung, Faulheit, Getrenntsein, usw. die dadurch genährt werden.
Liebe dagegen ist ein helles Prinzip – eines von vielen hellen Prinzipien. Andere helle Prinzipien sind zum Beispiel: Klarheit, Schönheit, Möglichkeit, Verbindung, Achtsamkeit, Qualität, Integrität, Entwicklung, Transformation, Sein mit, Authentizität, usw. Wenn wir der bewussten Absicht dienen, Verantwortung zu übernehmen, dann erzielen wir verantwortliche Ergebnisse, indem wir zum Beispiel auch unsere Gefühle verantwortlich nutzen. Um im oben genannten Beispiel zu bleiben, ginge das wie folgt: Du möchtest seit Jahren schon deiner Bestimmung dienen, du hast aber Angst, weil du nicht weißt wie es geht. Du bist dir dieser Angst bewusst und nutzt diese Angst auch bewusst. Zum Beispiel lässt du dich von deiner Angst darüber informieren, wen du am besten um Hilfe bittest. Deine Angst würde dir sofort die richtige(n) Person(en) nennen, nämlich jemanden, der offen und berührbar ist für die Idee, die eigene Bestimmung zu leben. Im nächsten Schritt würdest du deine Angst dazu nutzen, genau diese Person anzurufen, selbst wenn deine Hände zittern, wenn du die Nummer wählst. Du würdest deine Angst nutzen, um vielleicht folgendes zu sagen: „Hallo xy, ich habe eine ungewöhnliche Bitte an dich. Ich sehne mich schon seit Jahren danach, meiner Bestimmung zu folgen und ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll. Könntest du mir bitte Möglichkeiten geben, wie ich das ganze angehen könnte?“ Könnt Ihr Euch vorstellen, wie das weitergeht? Spürt Ihr, wie sich leise ein Lächeln auf Eurem Gesicht und Freude in Eurem Körper ausbreitet. Stellt Euch vor, ihr seid die Person, die angerufen wurde und der andere hätte das zu Euch gesagt. Ihr würdet vielleicht antworten: „Wow, super, xy! Ich bewundere deinen Mut. Ist dir eigentlich aufgefallen, dass du den ersten Schritt schon getan hast? Wie wäre es, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen, ich würde nämlich auch gerne meine Bestimmung leben. …“
Bemerkst du den Unterschied? Die bewusste Absicht, Verantwortung zu übernehmen führt zu anderen Ergebnissen. Sie dient hellen Prinzipien, wie eben Liebe oder Verbindung, Würde, Spaß auf hohem Niveau und lässt uns unsere Bestimmung in Aktion sein. Und dennoch ist die Angst da. Sie darf sogar da sein, sie hat ihren Zweck und wird genutzt!
Angst ist Angst. Liebe ist Liebe. Und es könnte nützlich sein, uns selbst bei allem, was wir tun oder lassen, zu fragen: „Was ist meine Absicht? Will ich gerade Verantwortung übernehmen oder Verantwortung vermeiden? Denn es gibt nur zwei Grundmotivationen für unser Handeln: Verantwortung übernehmen oder Verantwortung vermeiden.
hin zu Verantwortung
weg von Verantwortung
bewusste Absicht
unbewusste Absicht
hohes Drama
niederes Drama
Bestimmung in Aktion
durch die Box getrieben
verantwortliche Angst (Schöpfer)
unverantwortliche Angst (Retter)
dient hellen Prinzipien (z.B. Liebe)
dient Schattenprinzipien (z.B. Rechthaberei)
Herzlichst, Eure Patrizia
Nützliche Fragen:
Wie ist deine Beziehung zu deiner Angst? Besitzt dich deine Angst noch oder hast du sie schon in Besitz genommen?
Glaubst du noch daran, dass es so etwas wie Sicherheit wirklich gibt und dass die Angst irgendwann verschwindet?
Was wäre in deinem Leben alles möglich/Was könntest du alles tun, wenn du keine Angst vor der Angst hättest?
Wo vermeidest du offensichtlich Verantwortung? (Wenn du die Frage für dich selbst beantwortet hast, frage noch ein bis zwei Personen, dir dazu Feedback zu geben – wichtig: frage gefährliche Personen, die ihre eigene Angst nicht dazu benutzen, dich zu retten ;O))
Resilienz-Training als wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen
Das betriebliche Gesundheitsmanagement nimmt in den letzten Jahren immer mehr Raum ein und wird immer wichtiger angesichts der steigenden Burnout- und Krankheitsraten. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Programme zum Stressabbau und zur Gesundheitsförderung an. Arbeitsplätze werden immer mehr so gestaltet, dass sowohl ergonomische Prinzipien als auch eine Wohlfühlatmosphäre berücksichtigt werden. Es hat sich diesbezüglich sogar eine neue Branche entwickelt: das sogenannte Feelgood Management.
Das Ziel „weniger Stress“ steht beim Großteil der arbeitenden Bevölkerung ganz oben auf der Liste – vielleicht ja auch bei Ihnen? Irgendwie ist Stress in den letzten Jahren zum Normalzustand geworden und führt dazu, dass immer mehr Mitarbeiter sich ausgebrannt und überfordert fühlen. Aber wie kommt es dazu? Stress ist doch eigentlich ein sehr sinnvolles Programm des Körpers, um in Extremsituationen, die das Leben bedrohen, kurzfristig alle Kräfte zu mobilisieren. Es scheint aber, als würden wir uns mittlerweile im Dauer-Überlebens-Modus befinden. Kein Wunder also, dass der Körper „ausbrennt“ und die Burnout-Raten steigen.
Stressfaktoren sind aktuell vielfältig
Stress und Burnout sind aber keine rein physischen Phänomene, sondern sie spielen sich auf mehreren Ebenen ab. Lassen Sie uns mal annehmen, dass es neben der rein physischen Körperebene, auch noch eine intellektuelle (Verstand, Gedanken), emotionale (Gefühle) und energetische (Energiefeld) Körperebene gibt, dann können alle diese vier Ebenen durch bestimmte Faktoren in Stress geraten und zwar durch vielfältige Auslöser, die sich teilweise gegenseitig bedingen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Menschen bei länger anhaltendem Stress irgendwann auch psychische Symptome wie Depression, Angstzustände oder eben Burnout entwickeln.
Wir befinden uns in Zeiten des Umbruchs. Die Welt verändert sich – und das fast täglich. Das heißt für uns, dass wir uns ebenfalls ständig auf neue Bedingungen einstellen müssen. Jede kleine Veränderung kann schon Stress auf allen Ebenen produzieren. Was im Normalfall kein Problem darstellt, denn wir sind eigentlich für die Anpassung an Veränderungen konzipiert.
Was dem allerdings in der Regel einen Strich durch die Rechnung macht, sind die erlernten „Denkprogramme“, die nämlich auf Sicherheit konditioniert sind, anstatt auf Lebendigkeit. Das heißt, statt die Veränderung willkommen zu heißen und mit unseren von der Natur eingerichteten „Evolutionsprogrammen“ kreativ darauf zu reagieren, versuchen wir oft mit aller Gewalt, diese zu kontrollieren und möglichst alles beim Alten zu lassen. Das erzeugt eine immense Spannung und damit zusätzlichen Stress. Nicht die Veränderungen an sich erzeugen also den ungesunden Dauer-Stress, sondern unsere Reaktion auf die Veränderungen. Die anerzogene, konditionierte Weigerung, die eigene Komfortzone auch nur ein wenig zu erweitern, geschweige denn, darüber hinaus zu gehen.
Der bewusste Umgang mit Gefühlen als Grundlage für Resilienz
Was also tun? Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet bereits vielfältige Angebote für Entspannung und den Umgang mit Stress: Stressmanagement, Selbstorganisation, Meditation, Yoga, Massagen, Laufgruppen und positives Denken werden zur Beseitigung von Stressbelastung eingesetzt. Und sie helfen auch – allerdings nur teilweise und entsprechen so eher einer Symptom- statt einer Ursachen-Behandlung. Denn all diese Methoden sind hauptsächlich entweder auf den physischen Körper ausgerichtet oder auf den intellektuellen, während der emotionale und der energetische Körper meist überhaupt nicht beachtet werden. Dabei spielen gerade die Gefühle beim Stress-Management bzw. auch bei der Entstehung von Stress, Depression und Burnout eine entscheidende Rolle, die grundsätzlich unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt wird. Insbesondere im betrieblichen Kontext, da Gefühle hier als unprofessionell und als Schwäche gelten.
Gehen wir das mal Schritt für Schritt durch. Wie bereits erwähnt, leben wir gerade in Zeiten großer Umbrüche und Veränderungen. Die natürliche menschliche Reaktion auf Veränderung auf der emotionalen Ebene ist das Gefühl „Angst“. Veränderung macht ganz natürlicher Weise Angst – manchmal mehr und manchmal weniger. Das ist das oben erwähnte von der Natur vorgesehene „Evolutionsprogramm“. Denn Angst erzeugt Stress, um Ressourcen zu mobilisieren, auf die Sie im Normalzustand nicht zugreifen können. Es wird Adrenalin ausgeschüttet. Sie werden wach, erfinderisch, kreativ, schnell und bekommen Zugang zu Ihrer Intuition. Alles Fähigkeiten, die Sie brauchen, um Neuland zu entdecken. In Zeiten von Veränderung ist Angst also Ihr bester Verbündeter. EIGENTLICH!
Sie ahnen wahrscheinlich schon, wo das Problem liegt. Das Problem ist, dass wir die Angst selbst zum Problem gemacht haben. Angst wurde zum „Feind“ erklärt, weil Angst ein Auslöser von Stress ist und sie uns unserer Illusion von Sicherheit beraubt. Wir wollen uns doch sicher fühlen, da ist Angst einfach kontraindiziert. Also versuchen wir, so gut wie möglich, die Angst „wegzumachen“, sie nicht zu fühlen, sie nicht aufkommen zu lassen – sei es durch Meditation, positives Denken, Pillen oder indem wir uns einfach durch Ablenkung „taub“ machen. Das Dumme ist, die Angst ist trotzdem da, sie wabert dann im Untergrund – und damit auch der Stress, der andauernde Adrenalinausstoß, etc. bis wir eben ausgebrannt sind oder sich die Angst nachts, wenn wir keine Kontrolle mehr über unsere Taubheit haben, in Panikattacken einen Weg bahnt.
Dabei wäre die einzig gesunde Art, die Angst loszuwerden, sie bewusst zu nutzen, nämlich dafür, wofür sie gedacht ist. Angst kommt auf – wird genutzt, z.B. um den nächsten Evolutionsschritt zu machen – und sie verschwindet wieder, zusammen mit dem Stress. So einfach wäre das. Leider haben wir das nicht gelernt. Wir haben nicht gelernt bewusst, erwachsen und gesund mit Angst umzugehen. Und genauso wenig mit den anderen Gefühlen, wie Traurigkeit, Wut und Freude. Und diese mangelnde emotionale Fähigkeit wird vielen Menschen in diesen Zeiten zum Verhängnis.
Daher liegt in bewusster Gefühlsarbeit ein bedeutender Schlüssel zur Entwicklung von authentischer Resilienz. So wie Sie mit Krafttraining und der richtigen Ernährung Ihren physischen Körper trainieren und widerstandsfähig machen können, können Sie mit bewusster Gefühlsarbeit auch Ihren emotionalen Körper kraftvoll und widerstandsfähig machen – und zwar ohne Ihre Gefühle zu betäuben.
Schlüssel Nummer 2: der bewusste Umgang mit Ihrer persönlichen Energie
Die Betrachtung der energetischen Ebene in Bezug auf Stress bzw. Resilienz ist ebenfalls herausfordernd, da die meisten Menschen sich gar nicht darüber bewusst sind, dass sie einen energetischen Körper haben. Auch hierüber haben Sie wahrscheinlich noch nicht viel gehört oder gelernt, außer Sie machen zufällig Yoga oder Tai Chi oder lesen einschlägige Schriften, wie die von Rupert Sheldrake. Ihre persönliche Energie ist unsichtbar und damit schwer zu fassen oder zu beschreiben. Ein einfaches Beispiel macht vielleicht deutlich worüber ich spreche. Vielleicht kennen Sie folgende Situation. Sie gehen shoppen und verbringen einen Nachmittag in einer belebten Innenstadt oder einem gut frequentierten Einkaufszentrum. Wie fühlen Sie sich nach ein paar Stunden in der bewegten Menge? Die meisten Menschen fühlen sich danach schlapp und energetisch ausgelaugt.
Energie ist eine heiß begehrte Ware – und da spreche ich nicht nur von Strom oder Benzin, sondern auch von Ihrer persönlichen Energie. Die ist nämlich ähnlich wertvoll wie Strom. Ihre Energie ist verbunden mit Ihrer Aufmerksamkeit. „Where your attention goes, your energy flows“, ist ein zumindest in Yogakreisen bekannter Spruch. Ihre Energie folgt Ihrer Aufmerksamkeit. Worauf Sie sich konzentrieren, da geht auch Ihre Energie hin. Und da Energie kostbar ist, wollen sie alle haben und versuchen daher, mit allen Mitteln Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sei es das Schuhgeschäft mit seinem schön geschmückten Schaufenster – und natürlich auch alle anderen Geschäfte, die Ihre Energie in Form von Geld haben wollen – oder seien es die Medien, die Werbung, Politiker, Ihr Arbeitgeber, Ihre Kollegen, Ihre Kunden, Ihr Mann, Ihre Kinder, etc. Alle wollen ein wenig von Ihrer Energie haben.
Und wenn Sie nicht aufpassen und nicht in der Lage sind, bewusst mit Ihrer Aufmerksamkeit und damit Ihrer Energie umzugehen, kann es passieren, dass Sie Ruckzuck keine Energie mehr für sich selbst übrig haben bzw. für die Dinge, die Ihnen wichtig sind. Es gibt aber auch noch andere Faktoren, die Ihnen unbemerkt Energie rauben können. Zum Beispiel unerledigte Aufgaben auf Ihrer To Do Liste, unordentliche Räume, in denen keine Klarheit herrscht, ein zu voller Schreibtisch, unbezahlte Rechnungen, unausgesprochene Worte oder wenn Sie mit Ihren Gedanken ständig in der Zukunft oder in der Vergangenheit sind. All diese Dinge wirken wir kleine Löcher in Ihrem energetischen Körper, aus denen kontinuierlich deine Energie entweicht.
Neben der bewussten Gefühlsarbeit ist daher auch das Trainieren des energetischen Körpers, also das Erlernen des bewussten und verantwortlichen Umgangs mit Ihrer persönlichen Energie entscheidend, um ganzheitliche Resilienz zu entwickeln. Ganzheitliche oder authentische Resilienz und damit eine gesunde Stress-Prophylaxe erfordern das Trainieren aller vier Körperebenen, da ansonsten eher Taubheit erzeugt, als echte Widerstandskraft. Ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement sollte durch diese Faktoren ergänzt werden, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten. Wie sieht es mit dem Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen aus? Wie wäre es mit einem Upgrade auf die nächste Ebene?
Das Emotional Empowerment ist eine wirkungsvolle Methode, um auch unsere emotionale und energetische Körperebene zu trainieren. Entsprechende Angebote gibt es hier: Emotional Empowerment Training
Wie Organisationen erwachsen und verantwortlich werden …
In der Entwicklung von Einzelpersonen hin zu verantwortlichen Erwachsenen, die in ihrer vollen Kraft stehen, hat sich ein Aspekt als entscheidend herausgestellt: die Bewusstheit über die eigene Schattenseite. Erst wenn ein Mensch wirklich Klarheit über die unbewussten unverantwortlichen Mechanismen hat, die in ihm ablaufen und die seine hehren und verantwortlichen Absichten sabotieren, hat der Mensch eine Wahl und kann ein verantwortlicheres Spiel kreieren.
Jeder Mensch trägt eine helle verantwortliche Seite in sich und gleichzeitig auch eine unverantwortliche Schattenseite, die meist im Unbewussten agiert. Andere Ausdrücke dafür sind zum Beispiel Unterwelt, innerer Schweinehund, Schatten oder Dämon. Vielleicht kennen Sie das – Sie wollen einen schönen, entspannten Nachmittag im Kreise Ihrer Familie verbringen und am Ende finden Sie sich in einem handfesten Streit wieder, bei dem es darum geht, wer in einer bestimmten Sache Recht hat. Es wird laut, Türen knallen und Sie sind beleidigt oder reden die nächste Stunde nicht mehr mit Ihrem Partner. Oder Sie wollen sich nach dem Mittagessen ein kleines Stückchen Schokolade und einen Espresso gönnen, um den Genuss abzurunden – am Ende haben Sie die ganze Tafel verputzt, haben ein schlechtes Gewissen und keine Ahnung, wie das passieren konnte.
Dies sind nur zwei kleine „banale“ Beispiele, wie die Schattenseite in Ihnen unbewusst Ihre verantwortlichen Absichten sabotiert. Es ist der Teil in Ihnen, dessen Ziel es ist, Verantwortung partout zu vermeiden und Beziehung, Nähe, Kommunikation und Gemeinschaft zu zerstören. Er bedient sich dazu auch unlauterer Mittel, wie z.B. Lügen, Betrügen, Ignoranz, Vorenthalten von Informationen, Faulheit, Arroganz, Überheblichkeit, usw. Ihm ist jedes Mittel recht, um sein Ziel zu erreichen.
Wenn Sie keine Bewusstheit über diesen Teil in Ihnen haben, dann regiert er unbewusst in Ihrem Leben, um andere oder sogar Sie selbst zu schädigen und sabotiert permanent das, was Sie eigentlich erreichen wollen (vorausgesetzt, es handelt sich dabei um helle Ziele, die etwas Größerem dienen). Wenn Ihre Absicht z.B. ist, Teamwork und Gemeinschaft zu erzeugen, jedoch immer wieder Einzelkämpfertum und Streit das Ergebnis sind, kann es sein, dass Ihr Schattenanteil oder der Schattenanteil anderer Teamkollegen diese Absicht unbewusst untergraben, um möglicherweise Macht auszuüben, Verantwortung zu vermeiden oder Recht zu behalten.
Es geht um Bewusstheit
Der erste Schritt in Richtung verantwortliches Erwachsensein besteht darin, anzuerkennen dass Sie eine Schattenseite haben. Von dort aus kann es dann weitergehen mit der Erforschung, welchen Schattenprinzipien dieser Teil in Ihnen konkret dient. Um noch einmal einige Beispiele für Schattenprinzipien zu nennen: Rechthaberei, Besserwisserei, Arroganz, Rache, Machtmissbrauch, Manipulation, Mobbing, Ignoranz, Erniedrigung, Überheblichkeit, Betrug, Zerstörung, Perfektionismus, Neid, Eifersucht, Verschwendung, Vorteilsnahme, Korruption, Vetternwirtschaft, Herrschen, Konkurrenz etc. Um in die volle eigene Kraft zu kommen, ist es essentiell, Ihre Unterwelt in Besitz zu nehmen. Dazu ist es wichtig, so viel wie möglich über Ihre Unterwelt herauszufinden, um Klarheit darüber zu haben, wann und wie Ihr Schatten am Werk ist, um dann mit dieser Klarheit bewusst ein anderes Spiel kreieren zu können.
Es geht also in keinster Weise darum, Ihren Schatten loszuwerden oder diesen Teil zu „verteufeln“. Die Schattenseite ist nicht schlecht, sondern sie produziert bestimmte Ergebnisse, da es ihre Absicht ist, Verantwortung zu vermeiden. Sie können diesen Teil nicht loswerden. Je mehr Sie versuchen würden, ihn loszuwerden, desto mehr würde er wieder ins Unbewusste gedrängt und könnte von dort aus wieder unbemerkt sein Spiel entfalten. Es geht um Bewusstsein und um die bewusste Wahl, die dadurch möglich wird.
Auch Organisationen haben eine Unterwelt
Aber nicht nur Individuen haben eine helle und eine Schattenseite, sondern auch Unternehmen und Organisationen. Eine Organisation ist eine Gemeinschaft von Individuen, die zusammenkommen, um gemeinsam einer bestimmten bewussten Absicht zu dienen. Diese ist heutzutage oft sogar ausformuliert in einem Leitbild oder einem Mission Statement. Dies entspricht der hellen Absicht der Organisation, dem Dienst, den die Gemeinschaft für das größere Ganze zur Verfügung stellt. In den letzten Jahren ist es durchaus Mode geworden, dass Organisationen ihre Leitprinzipien und Werte, denen sie dienen, herausarbeiten und kommunizieren. Moderne Unternehmens-Webseiten und -Broschüren sind voll davon. Dieses gemeinsame Leitbild ist sinnstiftend, führt zu mehr Klarheit und zu einer hohen Identifikation von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden mit der Organisation.
Was bisher aber noch völlig im Dunkeln liegt bzw. worüber sich Organisationen in keinster Weise bewusst sind ist, dass sie eben nicht nur bewussten Absichten im Rahmen von verantwortlichen Werten und Prinzipien dienen, sondern unbewusst auch Schattenabsichten am Werk sind, die unverantwortlichen Prinzipien dienen. Vielleicht ist auch hier Ihre erste Reaktion: „Mein Unternehmen und unverantwortliche Absichten? Nein, das glaube ich nicht.“ Zeit genauer hinzusehen. Und zwar immer vor dem Hintergrund, dass es um Bewusstheit geht und nicht um die Verteufelung von Unverantwortlichkeit. Es geht nicht um gut oder schlecht, sondern darum, zu erforschen, welches Spiel unbewusst in Ihrer Organisation abläuft, um dann die Möglichkeit zu erhalten, bewusst ein anderes Spiel zu spielen.
Nehmen wir ein berühmtes und eindrückliches Beispiel einer Organisation mit Licht und Schatten – die Katholische Kirche. Die bewussten und verantwortlichen Absichten, denen sie dient, sind offensichtlich und bekannt. Weniger offensichtlich, aber dennoch sichtbar sind die Schattenabsichten und -prinzipien, welche wirksam sind und zu entsprechenden Resultaten geführt haben bzw. immer noch führen. Denken Sie nur an die Zeiten der Kreuzzüge, der Inquisition oder die Tatsache, dass eine gemeinsame Eucharistiefeier zwischen katholischen und evangelischen Christen offiziell heute noch nicht gewollt ist. Welche Schattenprinzipien könnten hier am Werk sein? Trennung, Machtmissbrauch, Hierarchie, Unterdrückung, Krieg, etc. wären zum Beispiel naheliegend. Oder nehmen wir modernere Beispiele wie die Volkswagen AG mit dem aktuellen Abgasskandal oder die NESTLE S.A., die mit allen Mitteln versucht, Wasserrechte zu privatisieren. Hier sind es vielleicht Schattenprinzipien wie Betrug, Lüge oder Gier, die am Werk sind. Und es sind nicht nur die großen Player, die eine Schattenseite haben, sondern JEDE Organisation – selbst NGOs oder Non-Profit-Organisationen oder Hilfswerke.
Voraussetzungen für eine erwachsene Organisation
Warum ist es nützlich für eine Organisation, sich bewusst zu werden über ihre Schattenabsichten und die Schattenprinzipien, die unbewusst am Werk sind? Wir sind gerade in einer kulturellen Umbruchszeit. Die Arbeitswelt verändert sich bzw. muss sich verändern, da die alten und bekannten Vorgehensweisen und Strukturen nicht mehr dieselben Ergebnisse bringen, wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Im Rahmen von Bewegungen wie „New Work“ oder „New Economy“, wird eines deutlich: die zukünftige Art von Zusammenarbeit muss mehr auf Augenhöhe stattfinden, klassische hierarchische Pyramidenstrukturen werden abgelöst von Netzwerkstrukturen, bei denen alle Beteiligten mehr Verantwortung für die gemeinsame Vision übernehmen (sollen). Weg vom Prinzip „Befehl und Gehorsam“ hin zu gemeinschaftlicher verantwortlicher Co-Kreation und Kollaboration.
Organisationen werden erwachsener und verantwortlicher und emanzipieren sich Schritt für Schritt von dem alten Paradigma der Herrschaft und Hierarchie. Genauso wie auf individueller Ebene, kann diese Transformation aber nur dann abschließend gelingen, wenn auch auf gemeinschaftlicher Ebene Bewusstheit über die vorhandenen unverantwortlichen Schattenabsichten erlangt wird. Echte Verantwortung kann nur dann gelebt werden, wenn auch die unbewusst ablaufenden unverantwortlichen Muster offengelegt werden.
Welchen versteckten Absichten dient Ihre Organisation? Welche Schattenprinzipien sind bei Ihnen unbewusst am Werk? Wenn Sie sich gemeinsam einmal diese Fragen stellen, könnte das Ergebnis gleichzeitig erhellend und schmerzhaft sein. Sind es vielleicht Ausbeutung, Konkurrenzkampf, Zerstörung (z.B. der Umwelt), Unterdrückung, Besserwisserei, Intransparenz oder Betrug? Es ist nicht einfach, dem eigenen Schatten mutig ins Gesicht zu blicken – egal ob als Individuum oder als Gruppe. Gleichzeitig ist es sehr heilsam, zuzugeben, dass auch das passiert. Der gemeinsam empfundene Schmerz über die unverantwortlichen Resultate, die Sie zusammen erzeugen, kann eine ebenso starke Inspirationsquelle für Veränderung sein, wie das gemeinsam formulierte Leitbild. Es macht uns ehrlicher, bewusster und realistischer – und lässt uns gemeinsam nach Alternativen und Lösungen suchen.
Voraussetzung für das Erwachsenwerden von Organisationen ist einerseits, dass die beteiligten Individuen Bewusstheit über ihre persönlichen unverantwortlichen Muster erhalten und im nächsten Schritt, dass die unverantwortlichen Prinzipien herausgearbeitet werden, denen die Gruppe gemeinsam dient. Auf diese Weise wird nicht nur jeder einzelne und die Organisation erwachsen und kann einen größeren Grad an Verantwortung übernehmen, sondern dies führt dann auch auf gesellschaftlicher Ebene dazu, dass wir kollektiv eine verantwortlichere, erwachsenere Kultur entwickeln. Denn auch auf kollektiver, gesellschaftlicher Ebene sind unbewusst Schattenprinzipien am Werk, die zu Resultaten führen, welche so weit gehen, dass sie das Überleben der gesamten Menschheit und vieler anderer Lebensformen gefährden.
Aber Achtung: eine bewusste Reise in die Unterwelt – egal ob Ihre persönliche oder die der Organisation zu der Sie gehören – ist kein entspannter Sonntagnachmittag Ausflug, sondern eine herausfordernde, intensive und transformierende Reise, bei der Sie sich bewusst von noch vorhandener Naivität und von Selbstbetrug verabschieden. Es ist eine Reise für Erwachsene, die bereit sind radikale Verantwortung zu übernehmen.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Change und Transformation. Während Change eher linear ist und der Optimierung bestehender Prozesse oder Strukturen dient, ist Transformation sehr viel tiefgehender und ganzheitlicher. Bei der Transformation verändern sich, wie das Wort schon sagt, radikal die Form eines Organismus an sich und damit auch seine Funktionalität. Daraus entstehen komplett neue Möglichkeiten und Resultate.
Wenn Sie die derzeitigen Strömungen in der Organisationsentwicklung in Richtung „New Work“ betrachten, wird eines relativ schnell klar. Um eine bestehende Organisation, die noch nach dem traditionellen Muster funktioniert, in diese neue Richtung zu entwickeln, ist mehr als ein bloßer Change-Prozess notwendig. Es braucht eine tiefgreifende Unternehmens-Transformation. Der gesamte Organismus „Unternehmen“ muss sich neu ausrichten und eine neue Form annehmen. Gesetze, die bisher gegolten und Prozesse, die bisher funktioniert haben, werden irrelevant und müssen Platz für neue Gesetzmäßigkeiten machen. Und dies betrifft nicht nur einzelne Bereiche, sondern den kompletten Organismus, also das gesamte Unternehmen.
Keine Transformation ohne Flüssigzustand
Wenn Sie das Beispiel der Transformation einer Raupe zum Schmetterling betrachten, gibt es während des Prozesses ein Stadium, in dem das, was vorher Raupe war, sich vollkommen auflöst und verflüssigt, bevor die Zellen sich neu formieren und zum Schmetterling mutieren. In diesem Zustand ist das Wesen weder Raupe, noch Schmetterling. Dieser vorübergehende Flüssigzustand ist Teil und auch Voraussetzung einer jeden Transformation. Ohne Flüssigzustand gibt es keine Transformation!
Dasselbe gilt für Sie als Mensch, aber auch für Organisationen. Jeder Mensch hat eine sogenannte Box. Ihre Box ist gemacht aus Ihren Erfahrungen, Ihrer Erziehung, Ihren Meinungen, Ihren Konditionierungen etc. Es ist die Art und Weise, wie Sie die Welt sehen und wahrnehmen, was Sie für möglich halten und was für nicht möglich. Andere Worte dafür sind Ihr Ego, Ihre Persönlichkeit, Ihre Weltsicht oder die Mentalität. Die Box beinhaltet auch Ihre Komfortzone, in der Sie sich auskennen. In Ihrer Box bleibt alles beim Alten – es passiert nichts Neues hier – denn Ihre Box hat den Zweck, Ihr Überleben zu sichern. Und nicht nur Menschen haben eine Box, sondern auch Familien, Organisationen, Unternehmen, Dörfer, Städte, Länder, … Die Box schreibt vor, wie die Organisation funktioniert, was getan und geglaubt werden darf und was nicht.
Solche Boxen sind ziemlich hart und unflexibel. Wenn Sie also Ihre Box verändern wollen oder wenn sich die Box einer Organisation verändern soll, sodass etwas völlig anderes möglich wird, braucht es einen Transformationsprozess. Und wie oben ausgeführt: ohne Flüssigzustand gibt es keine Transformation! Das heißt die Box, die bekannte Form muss erst in einen Flüssigzustand übergehen, bevor sie eine neue Form annehmen kann.
Soweit so gut. Das Problem ist allerdings, dass sich dieser Flüssigzustand sehr „unangenehm“ anfühlen kann. Es macht automatisch Angst, wenn sich das Bekannte auflöst und gleichzeitig das Neue noch nicht sichtbar ist. Unsicherheit macht sich breit, das Gefühl von Gefahr und die Frage: „Werden wir es überleben?“. Diese Angst vor dem Flüssigzustand ist es, die uns meist daran hindert, uns zu unserer nächsten Evolutionsstufe (also im übertragenen Sinne zum Schmetterling) zu transformieren.
Die Organisation im Flüssigzustand – wie geht das
Dieser Prozess ist schon bei Einzelpersonen meist schwierig, in einer Organisation potenziert sich dieser Effekt aber noch. Angst und Unsicherheit sind hier noch viel größer, da die wenigsten Menschen gelernt haben, mit Angst und Unsicherheit umzugehen. Im Grunde ist Angst ein ganz natürlicher Begleiter im Leben. Denn Leben heißt Entwicklung und Evolution. Das heißt Leben beinhaltet Zeiten, in denen wir den sicheren bekannten Hafen verlassen (müssen) und uns auf den Weg zu neuen Ufern machen (müssen), um auf unsere nächste Entwicklungsstufe zu gelangen. Da ist Angst total natürlich. Allerdings hat Angst in unserer Gesellschaft keinen guten Ruf – Angst ist verpönt, und das vor allem im Business. Angst gilt als unprofessionell. Also versuchen wir mit aller Gewalt den Status Quo aufrecht zu erhalten oder zumindest auch in Zeiten des Wandels die Kontrolle zu behalten, nur um diese Angst nicht fühlen zu müssen.
Wie kann nun eine Organisation den schwierigen Weg durch den Flüssigzustand nehmen, um die derzeit notwendige Transformation zu durchlaufen? Einerseits ist es wichtig, dass alle Beteiligten sich darüber bewusst sind, dass ein Flüssigzustand normal und sogar notwendig ist, um langfristig neue Resultate zu erzielen. Auch Bewusstsein darüber, dass sich dieser Zustand unbequem anfühlen und Angst erzeugen kann, sollte geschaffen werden. Weiterhin braucht es die Bereitschaft aller Beteiligten, gemeinsam durch diesen Flüssigzustand zu gehen. Die Bereitschaft sich in Neuland zu wagen, auch wenn das vielleicht heißt, alte und lieb gewonnene Gewohnheiten und Altbewährtes aufgeben zu müssen. Wenn nicht alle oder nicht die überwiegende Mehrheit damit einverstanden sind, wird es schwierig mit der Transformation. Stellen Sie sich nur die Raupe vor: wenn zu viele Zellen sich weigern würden, die Transformation mitzumachen, würde nie ein „funktionierender“ Schmetterling entstehen können.
Zusätzlich sehr hilfreich für Transformationsprozesse in Organisationen sind Menschen, die bewusst durch solche Flüssigzustände navigieren können – sich selbst und andere. Nennen wir sie mal Transformations-Begleiter oder Edgeworker. Menschen die es gewohnt sind oder zumindest nicht panisch werden, wenn sie am Rande ihrer Komfortzone bzw. der Komfortzone der Organisation tätig sind, um den Weg ins Neuland zu bahnen. Menschen, die mit ihrer Angst auf Du und Du sind, und kein Problem damit haben, wenn es vorübergehend unsicher und unbequem wird. Menschen, die in der Lage sind, Zeiten der Ungewissheit und des Nicht-Wissens auszuhalten. Menschen, die sich trauen, auf dem Weg Neues auszuprobieren, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht funktioniert.
Und jetzt mal ehrlich: Wie viele Menschen kennen Sie in Ihrer Organisation, die diese Fähigkeiten haben? Gerade in den Führungsetagen sind solche Edgeworker eher selten zu finden, denn Flüssigzustand bedeutet auch, die Kontrolle ein Stück weit aufzugeben. Und das war in traditionellen Unternehmen niemals Teil der Führungsaufgabe. Es kann also notwendig werden, dass Sie solche Edgeworker zunächst erst ausbilden müssen oder Sie holen sich externe erfahrene Transformations-Begleiter als Unterstützung. Am besten wäre allerdings eine Kombination aus beidem.
Bevor Sie also einen notwendigen Transformationsprozess in Ihrer Organisation anstoßen, prüfen Sie zunächst, ob alle Beteiligten bereit sind für den Flüssigzustand.