Ohne Zugang zu unseren Gefühlen sind alle Kommunikation-Methoden nutzlos

Ohne Zugang zu unseren Gefühlen sind alle Kommunikation-Methoden nutzlos

Warum ‚Gewaltfreie Kommunikation‘ und Co. oft nur Pflaster auf unserer Gefühls-Taubheit sind

Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (GfK) ist an sich ein wunderbares und nützliches Kommunikationsmodell, welches uns theoretisch ermöglicht, beziehungsfördernd mit unseren Mitmenschen umzugehen. Ähnliches gilt für die Kommunikationstechniken der Transaktionsanalyse nach Eric Berne oder auch das 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz-von Thun, um nur einige der derzeit gängigen Kommunikations-Werkzeuge zu nennen.

Alle diese Tools haben aber einen entscheidenden Nachteil. Um wirklich zu funktionieren, erfordert die Anwendung dieser Werkzeuge ein hohes Maß an Bewusstsein in Bezug auf sich selbst und auf das, was gerade passiert, sowie die Fähigkeit, zu fühlen und Gefühle auszudrücken. Und genau da liegt der Hund begraben.

Wir lernen nichts über den gesunden Umgang mit Gefühlen

Während wir uns darüber einig sind, dass alle Menschen Gefühle haben, ist es um die Fähigkeit, zu fühlen und Gefühle auszudrücken in unserer modernen, technisierten Gesellschaft hingegen schlecht bestellt. Anstatt Fühlen zu lernen, lernen wir von Beginn unseres Lebens an, das Fühlen zu verlernen und Gefühle zu unterdrücken. Von allen Seiten bekommen wir schon während unserer Kindheit das Signal, dass Gefühle nicht in Ordnung und schon gar nicht professionell sind, sondern nur etwas für weinerliche kleine Mädchen.

Verdrängte Gefühle machen krank

Wir leben in einer Welt, in der Gefühle als Krankheit gesehen werden, die psychologischer Behandlung bedarf. Was auch nicht verwunderlich ist, da wir gelernt haben, unsere Gefühle so stark zu unterdrücken, dass sie erst zum Vorschein kommen, wenn sie so groß geworden sind, dass das Sicherheitsventil auf unserem Gefühls-Safe dem steigenden Druck nicht mehr standhalten kann und abspringt. Dieser Zustand hat unterschiedliche Gesichter: psychischer Zusammenbruch, Burnout, Angstattacken, Wutanfälle, Depression, etc. Und schon wieder bestätigt sich unsere gelernte Überzeugung, dass Gefühle nicht in Ordnung – ja sogar lebensgefährlich – sind. Hat Gott da irgendeinen Fehler gemacht, dass er dem Menschen Gefühle mitgegeben hat? Bewusst oder unbewusst halten wir Gefühle für einen göttlichen Konstruktionsfehler, den wir mit unterschiedlichsten Strategien zu korrigieren versuchen. Um nichts zu fühlen, sehen wir fern, betäuben uns mit Alkohol, übermäßigem Essen oder Nikotin, versuchen uns mit jeder Menge Entertainment oder Arbeit abzulenken – schlimmstenfalls hilft vielleicht eine ausgedehnte Shopping Tour.

Wir sind uns noch nicht mal darüber bewusst, was Gefühle eigentlich sind

Aber zurück zu den Kommunikationsmodellen. In Schritt 2 der gewaltfreien Kommunikation beispielsweise geht es darum, auszudrücken, was man in Bezug auf die Situation fühlt. Wenn wir aber nicht in der Lage sind zu fühlen, was genau werden wir dann zum Ausdruck bringen? Wenn ich meine Klienten im Coaching frage, was sie fühlen, bekomme ich zahlreiche bunte Antworten. Nur die wenigsten Antworten haben wirklich etwas mit Gefühlen zu tun. Gut, schlecht, so lala, verwirrt, verletzt, angeschlagen, super, ohnmächtig, frustriert, genervt, ok, verschnupft … bis zu „Ich hab Rückenschmerzen“. Was davon ist ein Gefühl? Ist ‚gut‘ oder ‚schlecht‘ ein Gefühl? Ist ‚verwirrt‘ ein Gefühl? Sind ‚Rückenschmerzen‘ ein Gefühl? Erst wenn sie die erste Unterscheidung in Bezug auf Gefühle haben, z.B. dass es lediglich vier Grundgefühle gibt, nämlich Wut, Traurigkeit, Angst und Freude, beginnen meine Klienten mit dieser neuen Klarheit innerlich zu navigieren und erste Schritt in ihre Gefühlswelt zu machen.

Es bringt nichts, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun!

In uns gibt es eine tiefe Sehnsucht, mit unseren Mitmenschen authentisch und beziehungsfördernd zu kommunizieren und in echter, nährender Verbindung zu sein. Wir sehnen uns nach Gemeinschaft, Nähe und Liebe. Deshalb arbeiten Menschen auch hart an sich, um z.B. ihre Kommunikation zu verändern und lernen Kommunikations-Werkzeuge. Ohne zu merken, dass sie damit versuchen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Denn der erste Schritt ist unbequem! Gefühlsarbeit besteht aus zwei Phasen. Bevor wir lernen können, unsere Gefühle authentisch und verantwortlich auszudrücken, müssen wir zunächst wieder lernen, zu fühlen und unsere Gefühls-Taubheit Stück für Stück zu reduzieren. Ansonsten sind alle Versuche, mit Kommunikations-Methoden andere Ergebnisse im Umgang mit unseren Mitmenschen zu erreichen, lediglich Pflaster, die wir über unsere Gefühlswunden kleben.

Sie bringen keine Heilung und langfristig auch keine neuen Resultate. Wer gewaltfreie Kommunikation lernt, um seine Wut in den Griff zu kriegen oder weil der Ausdruck von Wut für ihn nicht in Ordnung ist, ist leider auf dem Holzweg. Denn die Wut wird dadurch nicht weggehen, sie wird im Gegenteil nur umso mehr in die Unbewusstheit gedrängt – bis irgendwann wieder das Ventil versagt. Um gewaltfrei kommunizieren zu können, ist es zunächst notwendig, zu lernen, die eigene Wut überhaupt erst einmal wahrzunehmen, mit dem eigenen inneren Krieger in Kontakt zu kommen und unsere erlernte Haltung in Bezug auf die Wut zu verändern. Das gleiche gilt natürlich auch für die anderen Gefühle.

Emotional Empowerment schafft neue Resultate in Beziehungen … und ist Spaß auf hohem Niveau!

Hier findest du entsprechende Trainingsangebote: Emotional Empowerment Training


Warum sind gewaltfreie Kommunikation und andere Kommunikationstechniken nur Pflaster auf unsere Gefühls-Taubheit?

Diese Werkzeuge greifen nur oberflächlich und erfordern ein hohes Maß an Bewusstsein und emotionaler Fähigkeit, die wir in unserer Gesellschaft oft verlernt haben. Sie sind daher nur begrenzt wirksam, solange wir nicht lernen, unsere Gefühle wirklich zu fühlen und auszudrücken.

Was hindert uns daran, unsere Gefühle zu erkennen und auszudrücken?

Wir haben in unserer Gesellschaft gelernt, Gefühle zu unterdrücken und zu verbergen, weil sie oft als unangemessen oder schwach angesehen werden. Dies führt dazu, dass wir unsere eigenen Gefühle kaum wahrnehmen können und Schwierigkeiten haben, sie angemessen zu artikulieren.

Warum ist Verdrängung von Gefühlen gefährlich für die Gesundheit?

Wenn Gefühle unterdrückt werden, bauen sie sich auf und können psychische Probleme wie Burnout, Depressionen oder Angstattacken verursachen, weil sie sich nicht auf gesunde Weise entladen können und stattdessen im Inneren blockiert bleiben.

Was ist notwendig, um wirklich effektiv kommunizieren zu lernen?

Es ist wichtig, zuerst zu lernen, die eigenen Gefühle authentisch zu fühlen und wahrzunehmen, bevor man versucht, diese in der Kommunikation auszudrücken. Ohne diese emotionale Klarheit sind Methoden wie gewaltfreie Kommunikation nur oberflächliche Werkzeuge.

Wie kann Emotional Empowerment zu besseren Beziehungen führen?

Indem wir lernen, unsere Gefühle wirklich zu fühlen und verantwortungsvoll auszudrücken, schaffen wir tiefere Verbindungen, authentische Nähe und mehr gegenseitiges Verständnis, was unsere Beziehungen nachhaltig verbessert.

Geld oder Leben – das ist hier die Frage!

Geld oder Leben – das ist hier die Frage!

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Wenn du deine Berufung lebst, finden Arbeit und Leben nicht mehr getrennt voneinander statt

Stell dir vor, du gehst nachts durch eine unbeleuchtete Straße in einer Stadt. Plötzlich schält sich ein bewaffneter Mann aus einer dunklen Ecke und versperrt dir den Weg. Er bedroht dich: „Geld oder Leben!“ Was würdest du wählen? Würdest du auf dein Leben verzichten, um dein Geld behalten zu können? Ich wage zu behaupten, dass du das Leben wählen würdest, denn alles andere würde absolut keinen Sinn machen.

Es stellt sich jedoch die Frage: Warum tust du dann in Bezug auf deine Arbeit genau das Gegenteil? Du verzichtest auf dein Leben, um Geld zu bekommen.

Mir ist bewusst, dass dies eine ungeprüfte Annahme ist, die vielleicht auf dich gar nicht zutrifft. Und dennoch trifft sie wohl für einen Großteil der Bevölkerung zu. Eine Antwort auf die Frage könnte sein, dass es uns in der Regel nicht bewusst ist, dass wir für Geld bzw. Sicherheit unser Leben opfern. Einfach weil es zum Kontext gehört, in dem wir leben. Es ist Normalität. Wir haben diese Entweder-Oder-Geschichte so verinnerlicht, dass wir sie für wahr halten.

In dieser Geschichte sind Arbeit und Leben voneinander getrennt. Wahrscheinlich kennst du den Spruch „Arbeitest du, um zu leben oder lebst du, um zu arbeiten?“ Dabei wird in unserer Kultur ganz klar Zweiteres als negativ angesehen. Und wir merken gar nicht, dass wir, wenn wir Ersteres anstreben, automatisch drei Grundannahmen treffen, die unser Leben enorm limitieren:

Grundannahme # 1. Arbeit und Leben sind voneinander getrennt und unvereinbar.

Wenn du arbeitest, um zu leben, werden Arbeit und Leben voneinander getrennt und zu unvereinbaren Gegensätzen deklariert. Leben kann dann nur außerhalb der Arbeit stattfinden – was schwierig ist, denn in der Regel verbringen wir die meiste Zeit mit bzw. in der Arbeit. Echtes Leben wird dann auf die Freizeit, den Urlaub und auf die Rentenzeit verschoben. Das Dumme ist nur, dass wir in der Freizeit meist viel zu müde sind, um in vollen Zügen zu leben. Und wenn wir in Rente gehen, ist ein Großteil unserer Lebenszeit unwiederbringlich vorbei.

Grundannahme # 2. Arbeit ist reines „Mittel zum Zweck“

Wenn du arbeitest, um zu leben, wird Arbeit zum reinen „Mittel zum Zweck“ degradiert. Da geht es nicht mehr um Freude, Inspiration oder Bestimmung, sondern rein darum, dass die Arbeit das Leben finanziert. Und je besser sie das tut, d.h. je besser sie bezahlt wird, umso höherwertig wird die Arbeit angesehen. Als Mittel zum Zweck wird Arbeit dann schnell auch zur lästigen Pflicht – zu einem Muss. Das Wort Arbeit hatte ja auch die ursprüngliche Bedeutung „Mühsal, Plage“. Die Montag-Morgen-Depression und die Freitag-Nachmittag-Euphorie sind typische gesellschaftliche Ausprägungen dieser Geschichte. Hör einfach mal Freitag nachmittags Radio und du wirst dieses Phänomen in unterschiedlichsten Varianten aufgetischt bekommen: „Haltet durch, liebe Hörer! Bald ist Feierabend und wir haben es geschafft!“

Grundannahme # 3. „Geld verdienen“ ist Lebens-Voraussetzung

Wenn du arbeitest, um zu leben, deklarierst du das Geldverdienen zu einer Grundvoraussetzung. Daraus folgt: ohne Geld kein Leben! Solange du diese Geschichte für wahr hältst und in dir trägst, wird dein Leben von dem Wunsch nach Sicherheit durch Geld dominiert. Geldverdienen wird zur höchsten Priorität – denn schließlich wollen wir ja leben. Dies ist allerding keine Lebens-Strategie sondern eine Überlebens-Strategie. Unbewusst wird damit Leben mit Überleben gleichgesetzt.

Wenn du diesen drei Grundannahmen auf den Leim gegangen bist, sitzt du in Bezug auf deine Berufung in der Falle. Du wirst deine Berufung weder finden noch leben können. Denn dazu ist eine andere Geschichte mit anderen Grundannahmen notwendig, die es dir ermöglicht deine Ausrichtung weg von der Sicherheitsorientierung hin zur Bestimmungsorientierung zu verlagern! Deine Priorität weg vom Überleben hin zum Leben.

Diese neue Geschichte bzw. Perspektive betrachtet Arbeit nicht mehr sicherheitsorientiert, sondern bestimmungsorientiert. Dadurch bekommt „Arbeit“ eine andere Bedeutung.

Mit dieser bestimmungsorientierten Betrachtungsweise von Arbeit, würden wir dann nicht mehr arbeiten, um zu leben, sondern wir wären einfach unsere Bestimmung in Aktion.

Aber warum machen wir eigentlich immer eine Entweder-Oder-Geschichte daraus – eine Geld-oder-Leben-Geschichte? Es gibt genügend Beispiele von Menschen, die ihrer Bestimmung folgen und ihre Berufung leben und dabei ganz automatisch genug Geld verdienen. Menschen, die die Trennung von Arbeit und Leben aufgelöst haben und sich und ihr Leben dem widmen, was sie wirklich inspiriert. Nicole Rupp, ihres Zeichens Geldcoach sagt: „Geld ist das was folgt, wenn du deiner Berufung folgst.“ Warum glauben wir lieber unserer anerzogenen, von der Gesellschaft genährten Entweder-Oder-Geschichte, anstatt uns diese Beispiele als Beweise zu nutzen, dass etwas anderes möglich ist? Nämlich, dass wir unserer Bestimmung folgen und genug Geld verdienen können?

Meine Vermutung: Wir benutzen diese alte Geschichte, um keine Verantwortung dafür übernehmen zu müssen, dass wir unsere Berufung nicht leben. Wir lieben unser „Es geht nicht, weil …“, denn das ist super bequem. Wir müssen nichts verändern und können trotzdem kräftig über unsere Situation und Arbeit jammern. Denn wenn wir der neuen Geschichte Glauben schenken, haben wir keine Ausrede und kein Hintertürchen mehr! Dann gibt es einfach keinen Grund mehr, um sich nicht auf den Weg zu machen, die eigene Berufung zu entdecken und zu leben –und das könnte herausfordernd werden.

Die Frage ist also nicht: Geld oder Leben? Die Frage ist: „Willst du leben und deiner Bestimmung folgen oder dich vermeintlich sicher fühlen?“

Herzlichst,

Eure Patrizia


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Patrizia Patz Trainerin, Coach, Speakerin, Autorin
Patrizia Patz ist Expertin für emotional Empowerment. Als Trainerin und Coach vermittelt sie emotionale Kompetenz und gesunden Umgang mit Gefühlen. Sie schrieb „Edgeworker. Leadership war gestern! Es ist Zeit für die Führungs(R)Evolution!“, „GEFÜHLE – Emotional gesund in einer rationalen Welt“ und „Ich mach mein Ding – wie du Beruf und Berufung vereinst.“
Die dunkle Seite von radikaler Verantwortung

Die dunkle Seite von radikaler Verantwortung

Radikale Verantwortung braucht Bewusstheit

Possibility Management (PM) – die Spielwelt, in der ich seit fast 20 Jahren zuhause bin – basiert auf dem Kontext von radikaler Verantwortung. Eine der wichtigsten Unterscheidungen, die wir im PM diesbezüglich nutzen, ist die Landkarte von Kultur und Verantwortung.

In dieser Landkarte werden verschiedene Ebenen von Verantwortung sichtbar gemacht – von unverantwortlich über den kindlichen zum erwachsenen und hohen Grad von Verantwortung, bis hin zur radikalen Verantwortung. Wenn wir eine Gauß’sche Normalverteilung in Bezug auf die Anzahl der Menschen in unserer aktuellen, modernen, westlichen Kultur darüberlegen würden, käme es zu dem in der Landkarte gezeigten Bild.

Unsere aktuelle moderne Kultur basiert immer noch größtenteils auf einem kindlichen bis jugendlichen Grad von Verantwortung. Unsere Gesellschaftssysteme sind auf ein Spiel zwischen Eltern-Rollenspielern und Kind-Rollenspielern ausgerichtet. In der Kind-Rolle geben wir unsere Autorität und Verantwortung an „Vater Staat“ ab und hoffen, dass er gut für uns sorgt. Oder wir ordnen uns als Angestellter der Autorität von Vorgesetzten unter und profitieren von monatlichen Gehaltszahlungen und der Arbeitslosen- und Rentenversicherung, um uns sicher zu fühlen. Diese Kultur ist nicht nachhaltig. Und es entstehen gleichzeitig parallele Kulturen, weil immer mehr Menschen bereit sind, einen höheren Grad von Verantwortung zu übernehmen.

Radikale Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang, unausweichlich für das Maß an Verantwortung verantwortlich zu sein, das in jeder Spielwelt und jedem Raum übernommen wird. Ich bin die Quelle.

Es ist ein hehres Ziel, in absoluter radikaler Verantwortung leben zu wollen. Und es gleicht ein wenig dem Anspruch auf Perfektion. Ist Perfektion wirklich erreichbar bzw. erstrebenswert? Und hier kommen wir dann zum Kern des Pudels. Perfektion als Ziel ist so lange nützlich, solange wir sie nicht erreichen. So hält sie uns lebendig und im Wandel und sorgt für Qualität und Integrität. Denn was würde passieren, wenn wir Perfektion erreichen? Dann wären wir fertig – 100 % – perfekt – dann gäbe es nichts mehr zu entdecken, zu lernen, zu entwickeln, etc. Lebendigkeit adé. Mit radikaler Verantwortung ist das ähnlich.

Radikale Verantwortung bewusst als Grundsatz für das eigene Handeln zu wählen, ist der Schlüssel, um aus der Rolle des Opfers in die Rolle des Schöpfers zu wechseln. Ich erschaffe selbst die Welt, die ich mir wünsche. Ich warte nicht darauf, dass andere es tun. Ich tue mich zusammen mit Gleichgesinnten und erschaffe eine parallele Kultur. So kann kultureller Wandel hin zu mehr Verantwortung und damit mehr Nachhaltigkeit entstehen.

Und wie immer gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Denn genau wie der Anspruch auf Perfektion die Gefahr beinhaltet, unbewusst in Perfektionismus (ein Schattenprinzip) zu verfallen, gibt es auch eine dunkle Seite von radikaler Verantwortung. Du kannst dir vorstellen, dass die Skala im oben gezeigten Bild nicht zweidimensional, sondern dreidimensional ist und die radikale Verantwortung direkt wieder in die Ebene ganz zu Beginn der Skala, nämlich in „Unverantwortlichkeit“ übergeht. An diesem Punkt mündet radikale Verantwortung nämlich schnell in Radikalismus, Dogmatismus, Besserwisserei, bis hin zu Fanatismus.

Damit das nicht passiert, braucht es aber eine Menge an Bewusstheit und Wachheit, wenn ich in radikaler Verantwortung leben will. Und damit Bewusstheit wachsen kann, braucht es sogenannte „Matrix“. Mit Matrix bezeichnen wir im Possibility Management das innere Gerüst, an dem Bewusstheit wachsen kann – wie ein Spalier, das das Wachstum eines Rosenstrauches unterstützt, so dass er aufwärts in seine volle Blüte hineinwachsen kann. Der Aufbau von Matrix und damit das Wachstum von Bewusstheit und Wachheit geht aber nicht von heute auf morgen. Und: der Rosenstrauch braucht nicht nur das Spalier. Um in seine volle Pracht zu wachsen, braucht er fruchtbare Erde, Sonne, Wärme, Wasser und Pflege. Und ab und zu muss er auch mal gestutzt werden.

Der Vorsatz, möglichst schnell möglichst viel Matrix aufzubauen, um in radikaler Verantwortung zu leben, erinnert dabei an die Vorgehensweise der konventionellen Landwirtschaft: so wie viel Dünger und der Einsatz von Pestiziden vielleicht kurzfristig schnelles Wachstum fördern, ist aber auch diese Vorgehensweise nicht nachhaltig. Und sie ist unverantwortlich, denn sie führt über kurz oder lang zu Ausbeutung und zum Zusammenbruch des Ökosystems. Im Gegensatz dazu berücksichtigt organisches Wachstum Zyklen und individuelle Entwicklungs-Geschwindigkeiten.

Wenn du also auf deinem Entwicklungsweg hin zu einem höheren Grad an Verantwortung bis hin zu radikaler Verantwortung bist und möglichst schnell an dein Ziel kommen willst, sei dir darüber bewusst, dass der Grat zwischen radikal verantwortlich und unverantwortlich schmal ist. Wo bist du vielleicht schon dogmatisch unterwegs? Inwieweit hast du deine ursprüngliche Box vielleicht einfach gegen eine PM-Box getauscht, so dass du wieder keine Wahl hast? Welchen Regeln und Autoritäten im PM-Kontext folgst du vielleicht (blind)? Inwieweit hast du vielleicht deine eigene Lebendigkeit auf dem Altar von „radikaler Verantwortung“ geopfert?

Herzlich, Patrizia

Emotional Empowerment = Possibility Management mit Herz ❤

Kurz-Zusammenfassung:

  • Radikale Verantwortung braucht Bewusstheit: Radikale Verantwortung basiert auf dem Bewusstsein, für das eigene Handeln und dessen Konsequenzen vollständig verantwortlich zu sein, was eine wichtige Grundlage für persönliches Wachstum ist.
  • Verantwortungsebenen in unserer Kultur: In unserer modernen westlichen Gesellschaft dominieren noch immer kindliche und jugendliche Verantwortlichkeiten, während mehr Menschen bereit sind, höhere Verantwortungsgrade zu übernehmen, was zu kulturellem Wandel führt.
  • Radikale Verantwortung als bewusste Lebenshaltung: Radikale Verantwortung bedeutet, aktiv die Quelle für die eigene Welt zu sein und das Verantwortungsniveau bewusst zu wählen, was den Wechsel vom Opfer- zum Schöpfermodus ermöglicht.
  • Gefahren des Radikalismus und die Bedeutung der Bewusstheit: Radikale Verantwortung kann, ohne Bewusstheit, in Extremismus, Dogmatismus oder Fanatismus umschlagen, weshalb Wachheit und Reflexion essenziell sind.
  • Wachstum in Verantwortung ist eine organische Entwicklung: Der Weg zu mehr Verantwortung erfordert nachhaltiges, organisches Wachstum unter Berücksichtigung individueller Entwicklungsgeschwindigkeiten, anstelle kurzfristiger, unnachhaltiger Methoden.
Schluss mit Mobbing:

Schluss mit Mobbing:

Wie du dein Selbstbewusstsein aufbauen und innere Stärke entwickeln kannst

Mobbing kann jeden treffen, egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder sogar im Freundeskreis, und oft fühlt man sich machtlos und allein. Doch was viele nicht wissen: Ein starkes Selbstbewusstsein und innere Stärke können der Schlüssel dazu sein, Mobbing zu überstehen und sich vor emotionalen Angriffen zu schützen. Aber wie baut man diese innere Stärke auf und stärkt sein Selbstbewusstsein? In diesem Artikel zeige ich dir praktische Tipps und Strategien, die dir helfen können, deine eigene Stärke zu entdecken und zu entfalten. Lass uns gemeinsam auf die Reise gehen, um aus negativen Erfahrungen herauszuwachsen und eine positive, selbstbewusste Zukunft zu gestalten. 

Mobbing verstehen: Die Macht des Selbstbewusstseins

In diesem Abschnitt werden wir uns damit befassen, was Mobbing eigentlich ist, warum Selbstbewusstsein so wichtig ist, um ihm zu begegnen, und wie innere Stärke als Schutzschild fungieren kann. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für unsere Reise zur Stärkung deines Selbst.

Definition und Unterschiede von Mobbing

Mobbing ist mehr als nur ein gelegentlicher Konflikt. Es handelt sich um ein systematisches und wiederholtes Verhalten, das darauf abzielt, eine Person zu schikanieren, zu isolieren oder zu erniedrigen.

Der Unterschied zwischen einem normalen Konflikt und Mobbing liegt in der Häufigkeit, Dauer und Absicht. Während Konflikte oft lösbar sind und auf Augenhöhe stattfinden, ist Mobbing ein Machtungleichgewicht, bei dem das Opfer sich hilflos fühlt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Mobbing in verschiedenen Formen auftreten kann: verbal, physisch, sozial oder sogar digital. Um mehr dazu findest du auch auf der Webseite von No(!) Mobbing.

Die Bedeutung von Selbstbewusstsein und emotionaler Kompetenz bei Mobbing

Selbstbewusstsein ist wie ein innerer Kompass, der uns hilft, unseren Wert zu erkennen und für uns einzustehen. Es ist der Schlüssel, um Mobbing-Situationen besser zu bewältigen und sich weniger angreifbar zu fühlen.

Ein starkes Selbstbewusstsein kann die Dynamik in Mobbing-Situationen verändern. Täter suchen oft nach „leichten Zielen“ – Menschen, die unsicher wirken. Wenn du Selbstsicherheit ausstrahlst, wirst du weniger wahrscheinlich als Ziel ausgewählt.

Zudem hilft Selbstbewusstsein dabei, klare Grenzen zu setzen und „Nein“ zu sagen. Es ermöglicht dir, deine Bedürfnisse zu kommunizieren und für dich selbst einzustehen. Allerdings nur, wenn dein Selbstbewusstsein auf der emotionalen Ebene mit der Fähigkeit verbunden ist, die Kraft deiner Wut bewusst zu nutzen. Wenn du Zugang zu deiner verantwortlichen Wutkraft hast, dann BIST du die Grenze! Emotional Empowerment ist hier der Schlüssel. Nimm an meinem kostenlosen Webinar „Emotional gesund in einer rationalen Welt“ teil, um hier die Grundlagen kennenzulernen. 

Innere Stärke als Schutzschild gegen Mobbing

Innere Stärke ist wie ein unsichtbarer Schutzschild, das uns hilft, emotionale Angriffe abzuwehren und Herausforderungen besser zu meistern. Sie basiert auf einem tiefen Verständnis unserer selbst und unserer Werte.

Mit innerer Stärke können wir negative Kommentare oder Handlungen anderer besser einordnen und uns weniger davon beeinflussen lassen. Wir entwickeln eine Art emotionale Resilienz, die uns hilft, auch in schwierigen Situationen ruhig und gefasst zu bleiben.

Diese Stärke hilft uns auch, proaktiv zu handeln, anstatt nur zu reagieren. Wir können Lösungen finden und Unterstützung suchen, wenn wir sie brauchen. Um deine innere Stärke zu aktivieren, biete ich meine Emotional Empowerment Trainings an. Hier lernst du alles, was du brauchst, um innere Stärke zu entwickeln und was dir weder in der Schule noch an der Uni beigebracht wird: zentriert und fokussiert sein, deine Gefühle als Kraftquelle nutzen, alte traumatische Erlebnisse (z.B. Mobbing) zu verarbeiten und in Beziehung zu anderen klar zu kommunizieren und für dich einzustehen.  

a red sign that says no to bullying

Erste Schritte zur Selbstakzeptanz

Bevor wir unser Selbstbewusstsein stärken können, müssen wir lernen, uns selbst zu akzeptieren. In diesem Abschnitt erfährst du, wie du dich selbst besser kennenlernen und annehmen kannst – der erste Schritt zu einem stärkeren Ich.

Selbstreflexion und Stärken erkennen

Selbstreflexion ist der Schlüssel, um unsere eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Es geht darum, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich Zeit für innere Betrachtungen zu nehmen.

Ein guter Ansatz ist es, regelmäßig ein Tagebuch zu führen. Notiere deine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen. Achte besonders darauf, welche Situationen dir Freude bereiten und in welchen du dich kompetent fühlst.

Bitte auch Freunde und Familie um Feedback. Oft sehen andere Qualitäten in uns, die wir selbst übersehen. 

Warum Selbstakzeptanz bei Mobbing wichtig ist

Selbstakzeptanz bedeutet, sich selbst mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen. Es ist der Grundstein für ein gesundes Selbstbewusstsein und emotionales Wohlbefinden.

Wenn wir uns selbst akzeptieren, sind wir weniger anfällig für die negativen Meinungen anderer. Wir definieren unseren Wert nicht mehr über die Anerkennung von außen, sondern finden Bestätigung in uns selbst.

Selbstakzeptanz ermöglicht es uns auch, authentisch zu sein und unsere wahre Persönlichkeit zu zeigen. Dies führt oft zu tieferen und erfüllenderen Beziehungen. 

Strategien zur Stärkung des Selbstbewusstseins

Nachdem wir die Grundlagen gelegt haben, wenden wir uns nun konkreten Strategien zu, die dir helfen, dein Selbstbewusstsein zu stärken und deine innere Stärke zu entwickeln. Diese Techniken sind praktisch und können in deinen Alltag integriert werden.

Realistische Ziele setzen

Das Setzen und Erreichen realistischer Ziele ist ein kraftvoller Weg, um Selbstvertrauen aufzubauen. Es gibt dir ein Gefühl der Kontrolle und des Fortschritts in deinem Leben.

Beginne mit kleinen, erreichbaren Zielen. Diese können so einfach sein wie „Ich werde heute 10 Minuten meditieren“ oder „Ich werde diese Woche dreimal joggen gehen“. Wichtig ist, dass die Ziele spezifisch, messbar und zeitlich begrenzt sind.

Feiere jeden Erfolg, egal wie klein er erscheinen mag. Diese Erfolgserlebnisse sind der Treibstoff für dein wachsendes Selbstbewusstsein. Mit der Zeit kannst du die Ziele schrittweise anspruchsvoller gestalten.

Wirkung von Körperhaltung und Kommunikation

Unsere Körperhaltung und die Art, wie wir kommunizieren, haben einen enormen Einfluss auf unser Selbstbewusstsein und wie andere uns wahrnehmen. Eine aufrechte Haltung signalisiert Stärke und Selbstsicherheit.

Übe bewusst, den Rücken gerade zu halten, die Schultern zurückzunehmen und den Kopf hoch zu halten. Diese „Power Pose“ kann tatsächlich dein Selbstvertrauen steigern, indem sie deine Hormone beeinflusst.

In der Kommunikation ist es wichtig, klar und deutlich zu sprechen. Vermeide Füllwörter und „Ich denke“ oder „vielleicht“. Sprich stattdessen mit Überzeugung und nutze „Ich-Botschaften“. Blickkontakt und ein fester Händedruck unterstreichen deine selbstbewusste Ausstrahlung.

Komfortzonen verlassen für Wachstum

Wahres Wachstum geschieht oft außerhalb unserer Komfortzone. Indem wir uns neuen Herausforderungen stellen, erweitern wir unsere Fähigkeiten und stärken unser Selbstvertrauen.

Jedes Mal, wenn du deine Komfortzone verlässt, lernst du etwas Neues über dich selbst und deine Fähigkeiten. Diese Erfahrungen sind unschätzbar wertvoll für dein persönliches Wachstum und dein Selbstbewusstsein.

Beginne mit kleinen Schritten. Wenn du z.B. schüchtern bist, könntest du dir vornehmen, jeden Tag mit einem Fremden ein kurzes Gespräch zu führen. Oder melde dich für einen Kurs an, der dich interessiert, aber bisher zu einschüchternd erschien. Das Emotional Empowerment Basis Training bespielsweise ist genau dafür konzipiert, die Möglichkeiten und die Kraft, die jenseits deiner Komfortzone auf dich warten, bewusst in Besitz zu nehmen. Ein weitere Vorteil liegt darin, dass du es nicht alleine machen musst, sondern mit der Unterstützung einer Gruppe von Gleichgesinnten. 

Bist du bereit, vom Opfer der Umstände zum kraftvollen Schöpfer deines Lebens zu werden?

Herzlichst,

deine Patrizia

Hier gibt es Möglichkeiten




Was ist Mobbing und wie unterscheidet es sich von normalen Konflikten?

Mobbing ist ein systematisches, wiederholtes Verhalten, bei dem eine Person schikaniert, isoliert oder erniedrigt wird, während normale Konflikte oft kurzlebig sind und auf Augenhöhe stattfinden. Mobbing ist durch ein Machtungleichgewicht gekennzeichnet.

Warum ist Selbstbewusstsein im Umgang mit Mobbing so wichtig?

Selbstbewusstsein hilft dir, deinen Wert zu erkennen, klare Grenzen zu setzen und dich weniger angreifbar zu machen, was es einfacher macht, Mobbing-Situationen zu bewältigen.

Was versteht man unter innerer Stärke und wie schützt sie vor Mobbing?

Innere Stärke ist wie ein unsichtbarer Schutzschild, das emotionale Angriffe abwehrt und hilft, negative Kommentare zu relativieren. Sie basiert auf Selbstverständnis und Werten und stärkt die Resilienz.

Wie kann man Selbstakzeptanz entwickeln, um besser mit Mobbing umzugehen?

Selbstakzeptanz bedeutet, sich selbst mit all seinen Stärken und Schwächen anzunehmen, was das Selbstvertrauen stärkt und den Einfluss negativer Meinungen anderer verringert.

Was sind praktische Strategien, um das Selbstbewusstsein zu stärken?

Praktische Strategien umfassen das Setzen realistischer Ziele, bewusste Körperhaltung und klare Kommunikation, sowie das Verlassen der Komfortzone, um persönliches Wachstum zu fördern.

Star Wars Lektion – Der Weg zu deiner  Bestimmung führt durch deine Unterwelt

Star Wars Lektion – Der Weg zu deiner Bestimmung führt durch deine Unterwelt

Solange du keine Bewusstheit darüber hast, wozu du wirklich fähig bist, bist du zu  nichts wirklich fähig!

In meiner Berufungs-Coaching Praxis begegne ich täglich Menschen, die keine Ahnung haben, wozu sie wirklich fähig sind. Und vielleicht glaubst du jetzt, ich spreche dabei von Talenten und Qualitäten. Denn schon da hapert es gewaltig, da wir in der Regel dazu erzogen werden, bescheiden zu sein und nicht zu prahlen. Außerdem macht es das vorherrschende Bildungssystem schwer bis unmöglich herauszufinden, welche speziellen und besonderen Talente du hast. Kaum jemand ist in der Lage sich hinzustellen und zu sagen: „Ich bin gut in …“ oder „Was ich besonders gut kann, ist …“. Es dauert manchmal mehrere Coachings-Sessions, um einerseits herauszufinden, wo die Stärken und Talente meiner Klienten liegen und sie dann auch noch dazu zu ermutigen, wirklich dazu zu stehen. „Das ist doch nichts Besonderes!“, höre ich da immer wieder oder: „Naja, das kann ich schon ganz gut, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass das ein Talent ist.“

Aber wie gesagt, davon spreche ich überhaupt nicht! Natürlich ist es wichtig zu wissen, was du gut kannst und wo deine Talente liegen, um deine Berufung leben zu können. Wenn ich dich aber frage, wozu du wirklich fähig bist, meine ich etwas ganz anderes, was aber mindestens genauso entscheidend ist, um die eigene Berufung zu leben – wenn nicht vielleicht sogar noch entscheidender. Ich spreche von deiner Unterwelt, von deiner Schattenseite!

Und deine Schattenseite ist auch nicht das, was du nicht gut kannst oder die kleinen Schwächen, die mir im Berufungs-Coaching immer wieder aufgezählt werden: „Ich kann mich nicht gut verkaufen“, „Ich bin zu sensibel“, „Ich bin eher introvertiert“ usw. Bei deiner Unterwelt handelt es sich um die dunklen, in der Regel unbewussten und unverantwortlichen Abgründe deiner Persönlichkeit, mit denen du dein Leben solange sabotieren wirst, solange du keine Bewusstheit darüber hast. Denn solange dir nicht bewusst ist, wozu du wirklich fähig bist – und ich meine das im übelsten Sinne des Wortes – bist du entweder eine wandelnde, tickende Zeitbombe oder nichts weiter als ein wirkungsloser „Blindgänger“. Wenn du deine Schattenseite nicht in Besitz genommen hast, entfaltet dein Leben entweder überhaupt keine Wirkung oder schlimmstenfalls eine Wirkung, die dir nicht gefällt.

Die eigene Unterwelt in Besitz zu nehmen ist nicht nur eine Voraussetzung dafür, deine Berufung zu leben, es ist ein grundsätzlicher Bestandteil des Übergangs zum verantwortlichen Erwachsensein. Leider wird uns dieser Prozess auf dem Weg zum Erwachsenwerden in unserer Kultur nicht zur Verfügung gestellt. Dennoch ist das Wissen darüber vollständig vorhanden – nämlich in unseren Geschichten – in den alten, genauso wie in den neuen, modernen Geschichten. Jede klassische Heldengeschichte beinhaltet eine Reise in die Unterwelt und einen Kampf gegen den (inneren) Dämon – und erst die Reise in die Unterwelt lässt das Handeln des Helds wirklich wirksam werden. Egal ob es sich um die altertümlichen Helden, wie Herkules oder Odysseus handelt oder um ganz moderne Helden, wie zum Beispiel Luke Skywalker aus der berühmten Weltraumsaga Star Wars.

Luke1

Zu Beginn der Geschichte ist Luke ein ziemlich netter Junge, mit Flausen im Kopf und Träumen von der großen weiten Welt. Er ist echt nett, sehr naiv und vor allem eines: vollkommen harmlos! Sein Leben hat keine Wirkung – es wird bestimmt durch die Umstände in denen er lebt. Dann, durch einen plötzlichen Schicksalsschlag dieser Umstände „beraubt“, beginnt er seine Odyssee, seine Heldenreise – die in Wirklichkeit seine Initiation ins Erwachsensein und in seine Bestimmung darstellt. Auf dieser Reise lernt er allerlei neue Fähigkeiten und entdeckt verborgene Talente, die er – begleitet durch Mentoren und Lehrer – diszipliniert trainiert und verfeinert. So verwandelt er sich Schritt für Schritt vom netten harmlosen Jungen zum strahlenden Helden. Aber etwas fehlt – Luke ist sich immer noch nicht darüber bewusst, zu was er wirklich fähig ist – welche Kraft wirklich in ihm steckt. Er ist sich nicht darüber bewusst, dass er nicht nur eine positive strahlende Heldenseite besitzt, sondern ebenso eine böse, hinterhältige und grausame Schattenseite, die er im Außen in der Gestalt des allmächtigen „Imperiums“ und dem dämonischen Darth Vader so sehr verabscheut und bekämpft.

Und da er diese Kraft noch nicht kennt, sich nicht bewusst darüber ist, dass sie ein Teil von ihm ist und ihr Vorhandensein vielleicht sogar verleugnet, kann er seine Bestimmung nicht bis ins letzte erfüllen. Er muss sich erst seinem inneren Monster stellen, es akzeptieren, dass es dieses Monster auch in ihm gibt, bevor er das Monster im außen „erledigen“ kann – denn darin liegt seine Bestimmung. Um Darth Vader als ebenbürtiger Gegner entgegentreten zu können, muss Luke also zunächst hinabsteigen in seine Unterwelt. Sein Mentor Yoda schickt ihn dorthin und auf Lukes Frage: „Was werde ich dort finden?“ sagt Yoda: „Nur das, was du selbst mitbringst …“

In der Unterwelt begegnet Luke seinem Erzfeind Darth Vader und erkennt: Darth Vader ist ein Teil von ihm – seine Boshaftigkeit, Machtgier und Grausamkeit stecken auch in ihm selbst. Ihm wird bewusst, dass er kein harmloser Junge mit einem Laserschwert ist, sondern dass er ebenso fähig ist, zu töten und unermessliches Leid zu erzeugen. Diese schmerzhafte Erkenntnis versetzt ihn in die Lage, das Gute vom Bösen zu unterscheiden und es ermöglicht ihm, eine bewusste Wahl zu treffen zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht. Die Wahl eines erwachsenen, initiierten Mannes. Erst dann, nämlich nachdem Luke bewusst geworden ist, zu was er wirklich fähig ist, ist er in der Lage, seine Bestimmung zu erfüllen.

Luke2

Vor kurzem habe ich in einem Facebook-Post gelesen: „Spiritualität bedeutet nicht, positiv zu werden, Spiritualität bedeutet, bewusst zu werden.“ Was viele New Age Disziplinen hingegen propagieren bzw. versprechen, ist eine Abkürzung auf dem Weg zur Erleuchtung. Die Unterwelt wird dabei komplett außer Acht gelassen oder sogar verteufelt. Du musst nur genug meditieren und positiv denken, dann hat das Böse keine Macht über dich. Na dann, viel Glück! Das Problem ist, der Weg zur Erleuchtung bzw. zu deiner Bestimmung führt nun mal geradewegs durch deine Unterwelt, egal ob dir das bewusst ist oder nicht. Du magst noch so hehre Ziele haben und dich auf den Weg machen, um deine Vision in die Tat umzusetzen und dabei die Welt zu retten – schon an der nächsten Straßenecke begegnet dir der König deiner Unterwelt – im Possibility Management nennen wir ihn den Gremlin. Vielleicht kommen dir die ersten Zweifel, ob du das wirklich kannst. Oder es entsteht der Gedanke in dir: „Da gibt’s doch bestimmt einen einfacheren Weg! Ich muss nur die richtige Idee haben und dann rollt der Rubel!“ Oder dein Perfektionismus schlägt zu und überzeugt dich „Ich bin nicht gut genug – das schaffe ich nie!“ Oder du siehst dich als das arme Opfer widriger Umstände, die es dir leider unmöglich machen, deiner Bestimmung weiter zu folgen. Du würdest ja, aber es geht einfach nicht. Du kehrst zurück zu einem Leben voller Mittelmäßigkeit und beschuldigst deine eigene Schwäche, andere oder die Umstände dafür. Kennst du das?

Das ist nichts anderes als deine Unterwelt, dein Gremlin, der unbewusst deine Ziele sabotiert. Denn solange du keine Bewusstheit hast über die unverantwortlichen Spiele, die du unbewusst spielst, um Verantwortung zu vermeiden, hast du nicht die Wahl zwischen der dunklen und der hellen Seite der Macht! Solange du glaubst, du bist harmlos, wird dein Leben harmlos bleiben! Wenn du also wirklich deine Bestimmung leben willst, wird es Zeit für dich, eine Reise in deine persönliche Unterwelt zu unternehmen und dich mit deinem Schatten zu konfrontieren.

Möge die Macht mit dir sein!

Herzlichst,
Patrizia

P.S.  Entdecke den Jedi in dir! Die das Emotional Empowerment Training ist so etwas wie eine Ausbildung zum modernen Jedi-Ritter. Dort hast du unter anderem die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen deine Reise in die Unterwelt zu durchlaufen und deinen inneren Dämonen zu begegnen. Voraussetzung dafür ist die vorherige Teilnahme am Emotional Empowerment Basis Training. Aktuelle Termine findest du im Kalender .

Bilderquelle: Twentieth Century Fox & Lucas Film Ltd.

Der kleine Kiesel – eine Kurzgeschichte

Der kleine Kiesel – eine Kurzgeschichte

Es war einmal

ein wunderschöner, glatter, flacher Kieselstein. Er wohnte am Grund eines Baches. Der Stein war graubraun mit ein paar roten Sprenkeln. Tag ein Tag aus spürte er, wie das Wasser über ihn hinweg floss und seine Oberfläche umspülte, er sah die Sonne über dem Wasser auf- und untergehen, manchmal gab es Wolken am Himmel, die er verschwommen wahrnahm und hin und wieder plätscherte der Regen auf die Wasseroberfläche. Fische schwammen vorbei und grüßten ihn freundlich und er hatte sich für sein Alter schon ein beachtliches Algenkleid zugelegt.

So sah der Alltag des kleinen Kieselsteins aus und eines Tages wurde es dem Steinchen ein wenig langweilig. Er wollte etwas erleben. Nun sagte er zu den anderen Kieseln, die in seiner Nähe lagen: „Hallo Freunde! Ist Euch auch so langweilig wie mir? Ich würde zu gerne einmal etwas erleben. Vielleicht könnten wir uns ja mal an Land spülen lassen?“ Doch die anderen Steine waren zufrieden mit ihrem Leben und ihnen war überhaupt nicht nach Abwechslung. Einer sagte: „Ein entfernter Verwandter von mir wurde seinerzeit an Land gespült und wie man hört, wurde er von großen, zweibeinigen Ungetümen zertrampelt und in tausend Stücke zerbrochen. Es ist sehr gefährlich auf dem Land, musst Du wissen.“

Das machte dem kleinen Kieselstein große Angst. Und er beschloss, lieber dort zu bleiben, wo er war: in Sicherheit. Doch mit der Zeit wurde die Langeweile immer größer, bis sie eines Tages größer war als seine Angst. Da fing er an, sich leichter zu machen und sich mit aller Kraft vom Boden abzudrücken, damit das Wasser ihn mitnehmen konnte. Und tatsächlich: Tag für Tag kam er ein beträchtliches Stück voran. Bis er nach vielen vielen Tagen merkte, dass er nur noch zur Hälfte mit Wasser bedeckt war. Er sah das Ufer, er sah Bäume und Vögel und Gras und Blumen – ohne den Schleier des Wassers. „Eine wunderbare Welt!“ dachte er bei sich. „Warum habe ich nur so lange gezögert?“

Der kleine Kiesel genoss diese neuen Bilder und das Gefühl des Windes auf seiner glatten Oberfläche. Eines Tages jedoch mischten sich zu den Vogelstimmen und Windgeräuschen noch andere Stimmen hinzu, Stimmen, die er noch nie zuvor gehört hatte. Er sah große zweibeinige Wesen, die lachten und kreischten und wild herumliefen. Der kleine Stein wurde ganz nervös und starr vor Angst, denn er war sich sicher, in Kürze zertrampelt und in tausend Stücke zermalmt zu werden, wie der Verwandte seines Freundes. Die Wesen kamen immer näher und der kleine Kieselstein begann zu zittern und zu klappern vor Angst. Er war sich sicher, dass es gleich um ihn geschehen sein würde. Er kniff die Augen zusammen und ergab sich seinem Schicksal. Doch dann passierte etwas Unglaubliches. Eines der Wesen beugte sich zu ihm hinunter, hob ihn auf und begutachtete ihn von allen Seiten. Es schien Gefallen an ihm gefunden zu haben, weil er so schön glatt und flach war. Der kleine Kiesel litt Todesängste und betete zum Gott der Steine, dass er verschont bliebe. Doch ehe er sich’s versah, flog er wie ein Blitz durch die Luft und er spürte es an seiner Unterseite kitzeln, als er ein, zwei, drei, nein viermal auf der Wasseroberfläche aufsprang, bevor er ins Wasser eintauchte.

Tja, da war er wieder genau dort, wo er hergekommen war und erzählte seinen Freunden von seinem Abenteuer. Und ihr werdet es nicht glauben: Er fand es so schön, dass er schon am nächsten Tag wieder begann, sich leichter zu machen und sich mit aller Kraft vom Boden abzudrücken, damit das Wasser ihn mitnehmen konnte.

Resilienz ohne Verletzlichkeit ist Taubheit

Resilienz ohne Verletzlichkeit ist Taubheit

Wenn du nicht verletztlich bist, ist deine Widerstandskraft inauthentisch

Vor ein paar Tagen war ich in einer Buchhandlung, um mir neuen Lesestoff zu besorgen. Im Bestseller-Regal stand ein Buch, das meine Aufmerksamkeit erregte. Es trug den Titel ‚Resilienz: Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft – Was uns stark macht gegen Stress, Depressionen und Burn-out‘. Ich gebe zu, ich habe das Buch nicht gekauft und nicht gelesen, allerdings habe ich mich danach mit dem Begriff ‚Resilienz‘ beschäftigt. In Wikipedia fand ich folgende Definition: Resilienz (lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Die Psychologie geht davon aus, dass die Fundamente dieser ‚Widerstandskraft‘ bereits in der Kindheit gelegt werden und es Menschen gibt, die diese Fähigkeit von Natur aus entwickeln. Resilienz wird auch verglichen mit dem Immunsystem der Seele oder mit ‚Hornhaut‘ auf der Seele. So weit, so gut. Ein Teil der Definition auf Wikipedia hat mich aber dann stutzig gemacht. Dort heißt es: Das Gegenteil von Resilienz ist Vulnerabilität (Verwundbarkeit). Wusste ich doch, dass da irgendetwas faul ist!

Wäre ich irgendwann mal von einem Psychologen daraufhin untersucht worden, hätte man mir mit Sicherheit Resilienz bescheinigt. Resiliente Kinder werden (laut Wikipedia) von ihren Erzieherinnen beschrieben als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen. Genauso war ich als Kind, aber auch als Jugendliche und als junge Erwachsene – auch wenn das Selbstvertrauen wohl eher gespielt war, denn ich hatte nicht wirklich Selbstvertrauen. Denn tief in mir war die Überzeugung aktiv, nicht gut genug zu sein. Meine ganze Widerstandkraft beruhte also auf nichts anderem, als auf einer ausgeklügelten, vielfach getesteten Überlebensstrategie (inklusive schauspielerischer Fähigkeiten), die nichts, aber auch gar nichts mit authentischer Widerstandskraft zu tun hatte. Ich war überaus erfolgreich damit und mein Umfeld beneidete mich um meine positive Einstellung. Ich war allseits beliebt und gerne gesehen, schaffte jede Prüfung und steckte Krisen und schwierige Situationen unglaublich schnell weg – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das ging so lange gut, bis der Ort, wohin ich alles ‚wegsteckte‘ irgendwann voll war. Dann war es erst mal vorbei mit der Resilienz! Sie können sich vorstellen, was dann passiert ist.

Meine eigene Erfahrung lässt mich vermuten, dass die in der Psychologie so hochgepriesene Resilienz bei vielen Menschen oftmals genau das ist: eine als Überlebensstrategie entwickelte überdurchschnittliche Fähigkeit, sich anzupassen, Gefühle zu betäuben und sich dabei selbst und anderen etwas vorzumachen. Es ist ein Unterschied, ob ich schwierige Lebenssituationen gut ertragen und wegstecken kann oder ob ich wirklich gelernt habe, damit umzugehen und sie für mein Leben zu nutzen. Ersteres kann erreicht werden, indem wir uns so gut wie möglich taub machen und positiv denken. Authentische, echte Resilienz kann aber nur letzteres bedeuten.

Brene Brown, eine amerikanische Sozialforscherin, beschäftigte sich lange Zeit mit dem Phänomen von glücklichen Menschen. Sie fand im ersten Schritt heraus, dass das Gefühl von Verbindung (connection) einen Schlüsselfaktor für glückliche Menschen darstellt und zwar in allen Dimensionen: Verbindung zu anderen, zu sich selbst, zur Welt, zu dem was man tut. Sie fand weiterhin heraus, dass diese Verbindung oftmals durch die Angst, nicht zu genügen und nicht liebenswert zu sein, gestört ist. Das Gefühl von Scham unterbricht sozusagen diese Anbindung und lässt uns aus der Verbindung gehen. Brene Brown definiert in ihrem TED-Talk ‚The power of vulnerability‘ Scham als die Angst vor dem Abgetrenntsein, im Sinne von „Wenn die anderen mich so sehen, wie ich wirklich bin, dann werde ich ausgestoßen, weil ich nicht gut genug und der Verbindung nicht würdig bin.“ Die Krux liegt aber darin, dass echte Verbindung erst zustande kommt, wenn wir authentisch sind und uns den anderen so zeigen, wie wir wirklich sind – mit all unseren Fehlern und Unvollkommenheiten. Brene hat entdeckt, dass es in ihrer Forschung zwei Gruppen von Menschen gab: diejenigen, die sich trotz ihrer Fehler und Unvollkommenheit für würdig erachteten, in Verbindung zu sein und diejenigen, die sich für nicht gut genug hielten, wenn die anderen herausfinden würden, wie sie wirklich sind. Sie befasste sich genauer mit der ersten Zielgruppe und fand heraus, dass die Menschen dieser Gruppe alle folgende drei Eigenschaften aufwiesen: den Mut bzw. die Beherztheit (courage), sich mit ihren Unvollkommenheiten zu zeigen, Mitgefühl (compassion) sich selbst und anderen gegenüber und Verbindung (connection) – und zwar als Folge ihrer Authentizität. Diese Menschen waren also bereit, verletzlich zu sein und die Angst vor Ausgrenzung in Kauf zu nehmen, um in Verbindung zu gehen.

Das Ergebnis ihrer Forschung brachte Brene Brown zu folgender Erkenntnis: Verletzlichkeit ist einerseits der Kern von Scham und Angst, sie ist aber auch gleichzeitig der Geburtsort von Kreativität, Freude, Liebe und Zugehörigkeit – sie ist das Geheimrezept glücklicher Menschen. Und ich würde noch weiter gehen: Verletzlichkeit ist geradezu die Voraussetzung für authentische Resilienz! Also nicht die Resilienz, die so tut als ob und die Dinge ‚wegsteckt‘. Nicht die Resilienz, die versucht durch positives Denken das Gefühl von Scham und Angst zu überdecken, um es nicht zu fühlen. Nicht die durch eine möglichst hohe Taubheit ‚erkaufte‘ Fähigkeit, sich selbst vorzumachen, dass uns nichts umwerfen kann. Die Resilienz, von der ich spreche, authentische Resilienz, wird aus Verletzlichkeit geboren, also aus der Bereitschaft und der Fähigkeit, Schmerz zu fühlen und in Kauf zu nehmen. Schmerz in Form von Wut, Angst, Traurigkeit und Freude. Und diesen Schmerz dann als Treibstoff zu nutzen, um unser Leben nach unserer Vision zu gestalten.

Genauso wie wir unser körperliches Immunsystem aufbauen können durch bewusste und gesunde Ernährung, bewusstes Köpertraining usw. können wir das Immunsystem unseres emotionalen Körpers aufbauen und stärken, indem wir wieder lernen, zu fühlen. Authentische Resilienz entsteht also nicht dadurch, dass wir eine möglichst dicke ‚Hornhaut‘ auf der Seele entwickeln, um Schmerz nicht zu fühlen, sondern indem wir unsere ‚Gefühlsmuskeln‘ so trainieren und geschmeidig halten, dass wir den Schmerz bereits dann fühlen, wenn er noch nicht überwältigend groß geworden ist und wir ihn als Hinweis wahrnehmen können, dass es etwas zu tun gibt.

Bewusste Gefühlsarbeit ist ein Training für authentische Resilienz. Hier findest du Angebote dazu: Emotional Empowerment Training

Herzlichst

Eure Patrizia

Den TED-Talk von Brene Brown ‚The Power of Vulnerabilty‘ kann ich euch nur ans Herz legen. Er ist in Englisch, aber ihr könnt deutsche Untertitel dazuschalten: http://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability


  • Gefühlsarbeit stärkt die emotionale Widerstandskraft: Durch bewussten Umgang mit unseren Gefühlen trainieren wir unsere emotionale Kraft, Schmerz frühzeitig zu erkennen und als Antrieb für persönliches Wachstum zu nutzen.
  • Verbindung und Authentizität sind Schlüssel zum Glück: Brene Brown zeigt, dass Mut, Mitgefühl und Ehrlichkeit uns in echten Beziehungen und in unserem Selbstvertrauen stärkt, was essenziell für Glück ist.
  • Resilienz ist mehr als bloßes Wegstecken von Problemen: Viele Menschen entwickeln eine Überlebensstrategie, um Schwierigkeiten zu verdrängen, doch echte Resilienz bedeutet, sie zu nutzen, um persönliches Wachstum zu fördern.
  • Authentische Resilienz basiert auf Verletzlichkeit: Echte Widerstandskraft entsteht, wenn wir unsere Gefühle fühlen und akzeptieren, statt sie zu verdrängen oder nur positive Fassade zu zeigen.
Nicht die Angst lässt dich zögern, sondern die Angst vor der Angst

Nicht die Angst lässt dich zögern, sondern die Angst vor der Angst

Wahrscheinlich hast du das auch schon mal gehört. In den meisten spirituellen Disziplinen gibt es die Ansicht: ‚Entweder du tust etwas aus Angst oder aus Liebe‘. Es wird erklärt, dass es – reduziert auf den Kern – nur zwei Grundmotivationen für unser Handeln gibt, eben entweder Angst oder Liebe. Als ich vor vielen Jahren das erste Mal darüber gelesen habe, konnte ich diesen Gedanken total nachvollziehen. „Ja, genau!“, dachte ich damals und beobachtete mich dahingehend, wann ich etwas aus Angst und wann aus Liebe tat. Mittlerweile denke ich anders darüber, weil ich ein paar interessante Unterscheidungen erhalten habe, die ich damals noch nicht kannte. Ich verstehe zwar, was damit gemeint ist, glaube aber, dass die Worte, die benutzt werden, um zu beschreiben, was dahinter steckt, unglücklich gewählt sind. Die Wahl der Worte führt nämlich unweigerlich dazu, dass unsere Haltung zur Angst negativ belegt wird bzw. bleibt. Die Wahl der Worte beinhaltet die Gefahr, dass wir werten: ‚Etwas aus Angst zu tun, ist schlecht und etwas aus Liebe zu tun, ist gut‘. Und das engt unser Spielfeld und unsere Möglichkeiten gewaltig ein!

Lasst uns mal genauer hinschauen. Ist Angst wirklich das Gegenteil von Liebe? Angst ist ein Gefühl – nämlich neben Wut, Traurigkeit und Freude eines unserer vier Grundgefühle. Gefühle sind etwas zutiefst Menschliches und unweigerlich mit dem Menschsein verbunden. Und Liebe? Entgegen der weitläufigen Meinung ist Liebe kein Gefühl. Liebe ist etwas viel Größeres als ein Gefühl. Liebe ist ein Prinzip, eine archetypische Naturgewalt, etwas Überpersönliches, das überall vorhanden ist und durch uns hindurch wirken kann. Wenn man es also genau betrachtet, heißt das, Angst und Liebe spielen in völlig unterschiedlichen Ligen. Wie sollen die beiden da also Gegenspieler sein? Das wäre ungefähr so als wollten wir eine Banane mit dem Atlantik vergleichen.

Und was ist ein Motiv? Motiv kommt vom lateinischen movere, was ‚bewegen‘ heißt. Etwas, das uns bewegt, etwas zu tun oder zu lassen. Wenn wir in Bezug auf Motive schon ein Gegensatzpaar suchen, dann wäre das auf der einen Seite die Bewegung hin zu etwas und auf der anderen Seite die Bewegung weg von etwas. Aber was ist dieses ‚etwas‘? Hin zu was? Weg von was? Machen wir einfach mal ein kleines Experiment und vertauschen das Wort ‚etwas‘ mit dem Wort ‚Verantwortung‘. Dann wären unsere zwei Grundmotivationen nicht Angst und Liebe, sondern Verantwortung vermeiden (weg von Verantwortung) oder Verantwortung übernehmen (hin zu Verantwortung). Dieses Experiment würde ein völlig neues Spielfeld eröffnen, in dem Angst und Liebe ihre ursprüngliche neutrale Bedeutung einnehmen könnten, nämlich als Grundgefühl und als Prinzip. Sie wären auf einmal keine Gegenspieler mehr.

hin zu Verantwortung     –     weg von Verantwortung

Und zu welcher Seite gehört nun die Angst? Vielleicht wird es dich überraschen: Sie gehört zu beiden Seiten. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten, mit der Angst umzugehen: bewusst und verantwortlich oder unbewusst und unverantwortlich. In der Regel tun wir letzteres, weil wir in unserer Gesellschaft nicht lernen, mit unseren Gefühlen und damit auch mit unserer Angst umzugehen. Wir haben gelernt, dass Angst etwas ist, was unbedingt vermieden werden muss. Angst lässt uns erstarren, lässt uns nicht mehr richtig funktionieren und lässt uns schwach sein. Angst ist etwas für Angsthasen und Feiglinge und so weiter. Deshalb haben wir in unseren Gehirnen die Angst verkabelt mit ‚gefährlich‘ oder ‚todbringend‘ oder ‚negativ‘. Da wir aber zu jeder Zeit Gefühle haben und uns auch natürlicherweise zu jeder Zeit in unterschiedlicher Intensität ängstlich über etwas fühlen, hat diese Programmierung dazu geführt, dass wir uns taub gemacht haben gegenüber unserer Angst. Wir betäuben das Gefühl der Angst – koste es was es wolle. So dass wir unsere Angst lange Zeit gar nicht spüren oder erst, wenn sie so groß geworden ist, dass sie in Panik umschlägt und genau zu den o.g. Resultaten führt, was wiederum unsere Geschichte beweist, dass Angst gefährlich ist. Und wir haben uns einen Mechanismus zugelegt, der sich ‚die Angst vor der Angst‘ nennt. Die Angst vor der Angst führt dazu, dass wir noch nicht einmal unseren großen Zeh über die Grenze des uns Bekannten schieben, um zu prüfen, wie es sich dort draußen anfühlt. Sie lässt uns schön dort verweilen, wo es gemütlich, vermeintlich sicher und bekannt für uns ist – selbst wenn uns dieser Bereich verhasst ist oder uns von unserem eigentlichen Potenzial abschneidet. Die Angst vor der Angst ist keine echte Angst, kein Gefühl, sondern eine Emotion, die wir teilweise von anderen (z.B. unseren Eltern) übernommen haben und teilweise durch alte eigene Erfahrungen aus unserer Vergangenheit gespeist wird – die aber nichts mit der aktuellen Realität zu tun hat. Dennoch ist sie so stark, dass sie uns daran hindert, unsere Bestimmung in Aktion zu sein.

Wenn wir aber weg wollen von der unbewussten und unverantwortlichen Angst hin zur bewussten, verantwortlichen Angst, müssen wir unsere Angst neu verkabeln. Was ist Angst eigentlich? Angst ist ein Gefühl und Gefühle sind weder gut noch schlecht. Gefühle dienen uns professionell, indem sie uns wichtige Informationen und Energie liefern, um bestimmte Handlungen ausführen zu können. So lässt uns Angst z.B. wach sein und Kleinigkeiten wahrnehmen. Angst lässt uns sorgfältig sein. Angst informiert uns darüber, dass wir unbekanntes Terrain betreten und weist uns den Weg. Angst lässt uns ungewöhnliche Lösungen und Auswege finden. Angst erweitert unsere inneren Grenzen und lässt uns auch außerhalb unserer bekannten Box unbegrenzt schöpferisch sein und vieles mehr. Der mit verantwortlicher Angst verbundene Archetyp ist der Schöpfer, der Magier.

Aber nochmal zurück zu den zwei Grundmotivationen: hin zu Verantwortung und weg von Verantwortung. Ausschlaggebend dabei ist, dass uns letztere Motivation in der Regel gar nicht bewusst ist. Das heißt, wir sind uns unserer Absicht, Verantwortung zu vermeiden, meist nicht bewusst. Aber warum sollten wir die unbewusste Absicht haben, Verantwortung zu vermeiden? Ich glaube diese Frage beantwortet sich von selbst, wenn wir mal darüber nachdenken, was wir in unserer Kultur mit ‚Verantwortung‘ verbinden. Uns wurde beigebracht, dass Verantwortung zu übernehmen, nicht unbedingt eine attraktive Sache ist, denn es würde unter anderem bedeuten, dass wir ‚schuld‘ sind, wenn etwas schief geht. Und um keine Verantwortung zu übernehmen, nutzen wir unsere Gefühle – unter anderem eben auch die Angst – wie oben beschrieben unverantwortlich.

Jetzt fehlt aber noch der Bezug zur Liebe. Was ist mit der Liebe, welche Rolle spielt sie in diesem Spiel? Wenn wir der unbewussten Absicht dienen, Verantwortung zu vermeiden, erzielen wir dadurch auch unbewusste und unverantwortliche Ergebnisse. Ein Beispiel: Vielleicht möchtest du seit Jahren schon deiner Bestimmung dienen. Weil in dir aber die unbewusste Absicht aktiv ist, Verantwortung zu vermeiden, nutzt du deine Angst unverantwortlich dazu, dir tausend Gründe auszudenken, warum es nicht möglich ist, den ersten Schritt in Richtung deiner Bestimmung zu tun („Das geht jetzt noch nicht, denn wir müssen erst das Haus abbezahlen.“; „In deinem Alter – nochmal völlig neu anfangen – wie stellst du dir das vor?“; „Denkst du eigentlich auch mal an deine Familie? Die Kinder brauchen dich doch!“ usw.). Und/oder du suchst dir Menschen in deinem Umfeld aus, die dich darin bekräftigen, dass es nicht geht. Und das Ergebnis? Du bleibst stecken im Hamsterrad des Überlebens. Du jammerst den lieben langen Tag über deine ausweglose Situation. Du beschuldigst andere oder dich selbst dafür, dass es dir schlecht geht, usw. Das sind die unverantwortlichen Ergebnisse, die unbewusst erzielt werden – denn bewusst würdest du natürlich viel lieber andere Ergebnisse erzielen. Es sind sogenannte Schattenprinzipien, wie Neid, Konkurrenz, Beschuldigung, Faulheit, Getrenntsein, usw. die dadurch genährt werden.

Liebe dagegen ist ein helles Prinzip – eines von vielen hellen Prinzipien. Andere helle Prinzipien sind zum Beispiel: Klarheit, Schönheit, Möglichkeit, Verbindung, Achtsamkeit, Qualität, Integrität, Entwicklung, Transformation, Sein mit, Authentizität, usw. Wenn wir der bewussten Absicht dienen, Verantwortung zu übernehmen, dann erzielen wir verantwortliche Ergebnisse, indem wir zum Beispiel auch unsere Gefühle verantwortlich nutzen. Um im oben genannten Beispiel zu bleiben, ginge das wie folgt: Du möchtest seit Jahren schon deiner Bestimmung dienen, du hast aber Angst, weil du nicht weißt wie es geht. Du bist dir dieser Angst bewusst und nutzt diese Angst auch bewusst. Zum Beispiel lässt du dich von deiner Angst darüber informieren, wen du am besten um Hilfe bittest. Deine Angst würde dir sofort die richtige(n) Person(en) nennen, nämlich jemanden, der offen und berührbar ist für die Idee, die eigene Bestimmung zu leben. Im nächsten Schritt würdest du deine Angst dazu nutzen, genau diese Person anzurufen, selbst wenn deine Hände zittern, wenn du die Nummer wählst. Du würdest deine Angst nutzen, um vielleicht folgendes zu sagen: „Hallo xy, ich habe eine ungewöhnliche Bitte an dich. Ich sehne mich schon seit Jahren danach, meiner Bestimmung zu folgen und ich habe keine Ahnung, wie ich das anstellen soll. Könntest du mir bitte Möglichkeiten geben, wie ich das ganze angehen könnte?“ Könnt Ihr Euch vorstellen, wie das weitergeht? Spürt Ihr, wie sich leise ein Lächeln auf Eurem Gesicht und Freude in Eurem Körper ausbreitet. Stellt Euch vor, ihr seid die Person, die angerufen wurde und der andere hätte das zu Euch gesagt. Ihr würdet vielleicht antworten: „Wow, super, xy! Ich bewundere deinen Mut. Ist dir eigentlich aufgefallen, dass du den ersten Schritt schon getan hast? Wie wäre es, wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen, ich würde nämlich auch gerne meine Bestimmung leben. …“

Bemerkst du den Unterschied? Die bewusste Absicht, Verantwortung zu übernehmen führt zu anderen Ergebnissen. Sie dient hellen Prinzipien, wie eben Liebe oder Verbindung, Würde, Spaß auf hohem Niveau und lässt uns unsere Bestimmung in Aktion sein. Und dennoch ist die Angst da. Sie darf sogar da sein, sie hat ihren Zweck und wird genutzt!

Angst ist Angst. Liebe ist Liebe. Und es könnte nützlich sein, uns selbst bei allem, was wir tun oder lassen, zu fragen: „Was ist meine Absicht? Will ich gerade Verantwortung übernehmen oder Verantwortung vermeiden? Denn es gibt nur zwei Grundmotivationen für unser Handeln: Verantwortung übernehmen oder Verantwortung vermeiden.

hin zu Verantwortungweg von Verantwortung
bewusste Absichtunbewusste Absicht
hohes Dramaniederes Drama
Bestimmung in Aktiondurch die Box getrieben
verantwortliche Angst 
(Schöpfer)
unverantwortliche Angst 
(Retter)
dient hellen Prinzipien
(z.B. Liebe)
dient Schattenprinzipien
(z.B. Rechthaberei)

Herzlichst,
Eure Patrizia

Nützliche Fragen:

  • Wie ist deine Beziehung zu deiner Angst? Besitzt dich deine Angst noch oder hast du sie schon in Besitz genommen?
  • Glaubst du noch daran, dass es so etwas wie Sicherheit wirklich gibt und dass die Angst irgendwann verschwindet?
  • Was wäre in deinem Leben alles möglich/Was könntest du alles tun, wenn du keine Angst vor der Angst hättest?
  • Wo vermeidest du offensichtlich Verantwortung? (Wenn du die Frage für dich selbst beantwortet hast, frage noch ein bis zwei Personen, dir dazu Feedback zu geben – wichtig: frage gefährliche Personen, die ihre eigene Angst nicht dazu benutzen, dich zu retten ;O))
Betriebliches Gesundheitsmanagement 2.0

Betriebliches Gesundheitsmanagement 2.0

Resilienz-Training als wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen

Das betriebliche Gesundheitsmanagement nimmt in den letzten Jahren immer mehr Raum ein und wird immer wichtiger angesichts der steigenden Burnout- und Krankheitsraten. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Programme zum Stressabbau und zur Gesundheitsförderung an. Arbeitsplätze werden immer mehr so gestaltet, dass sowohl ergonomische Prinzipien als auch eine Wohlfühlatmosphäre berücksichtigt werden. Es hat sich diesbezüglich sogar eine neue Branche entwickelt: das sogenannte Feelgood Management.

Das Ziel „weniger Stress“ steht beim Großteil der arbeitenden Bevölkerung ganz oben auf der Liste – vielleicht ja auch bei Ihnen? Irgendwie ist Stress in den letzten Jahren zum Normalzustand geworden und führt dazu, dass immer mehr Mitarbeiter sich ausgebrannt und überfordert fühlen. Aber wie kommt es dazu? Stress ist doch eigentlich ein sehr sinnvolles Programm des Körpers, um in Extremsituationen, die das Leben bedrohen, kurzfristig alle Kräfte zu mobilisieren. Es scheint aber, als würden wir uns mittlerweile im Dauer-Überlebens-Modus befinden. Kein Wunder also, dass der Körper „ausbrennt“ und die Burnout-Raten steigen.

Stressfaktoren sind aktuell vielfältig

Stress und Burnout sind aber keine rein physischen Phänomene, sondern sie spielen sich auf mehreren Ebenen ab. Lassen Sie uns mal annehmen, dass es neben der rein physischen Körperebene, auch noch eine intellektuelle (Verstand, Gedanken), emotionale (Gefühle) und energetische (Energiefeld) Körperebene gibt, dann können alle diese vier Ebenen durch bestimmte Faktoren in Stress geraten und zwar durch vielfältige Auslöser, die sich teilweise gegenseitig bedingen. Da ist es nicht verwunderlich, dass Menschen bei länger anhaltendem Stress irgendwann auch psychische Symptome wie Depression, Angstzustände oder eben Burnout entwickeln.

Wir befinden uns in Zeiten des Umbruchs. Die Welt verändert sich – und das fast täglich. Das heißt für uns, dass wir uns ebenfalls ständig auf neue Bedingungen einstellen müssen. Jede kleine Veränderung kann schon Stress auf allen Ebenen produzieren. Was im Normalfall kein Problem darstellt, denn wir sind eigentlich für die Anpassung an Veränderungen konzipiert.

Was dem allerdings in der Regel einen Strich durch die Rechnung macht, sind die erlernten „Denkprogramme“, die nämlich auf Sicherheit konditioniert sind, anstatt auf Lebendigkeit. Das heißt, statt die Veränderung willkommen zu heißen und mit unseren von der Natur eingerichteten „Evolutionsprogrammen“ kreativ darauf zu reagieren, versuchen wir oft mit aller Gewalt, diese zu kontrollieren und möglichst alles beim Alten zu lassen. Das erzeugt eine immense Spannung und damit zusätzlichen Stress. Nicht die Veränderungen an sich erzeugen also den ungesunden Dauer-Stress, sondern unsere Reaktion auf die Veränderungen. Die anerzogene, konditionierte Weigerung, die eigene Komfortzone auch nur ein wenig zu erweitern, geschweige denn, darüber hinaus zu gehen.

Der bewusste Umgang mit Gefühlen als Grundlage für Resilienz

Was also tun? Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet bereits vielfältige Angebote für Entspannung und den Umgang mit Stress: Stressmanagement, Selbstorganisation, Meditation, Yoga, Massagen, Laufgruppen und positives Denken werden zur Beseitigung von Stressbelastung eingesetzt. Und sie helfen auch – allerdings nur teilweise und entsprechen so eher einer Symptom- statt einer Ursachen-Behandlung. Denn all diese Methoden sind hauptsächlich entweder auf den physischen Körper ausgerichtet oder auf den intellektuellen, während der emotionale und der energetische Körper meist überhaupt nicht beachtet werden. Dabei spielen gerade die Gefühle beim Stress-Management bzw. auch bei der Entstehung von Stress, Depression und Burnout eine entscheidende Rolle, die grundsätzlich unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt wird. Insbesondere im betrieblichen Kontext, da Gefühle hier als unprofessionell und als Schwäche gelten.

Gehen wir das mal Schritt für Schritt durch. Wie bereits erwähnt, leben wir gerade in Zeiten großer Umbrüche und Veränderungen. Die natürliche menschliche Reaktion auf Veränderung auf der emotionalen Ebene ist das Gefühl „Angst“. Veränderung macht ganz natürlicher Weise Angst – manchmal mehr und manchmal weniger. Das ist das oben erwähnte von der Natur vorgesehene „Evolutionsprogramm“. Denn Angst erzeugt Stress, um Ressourcen zu mobilisieren, auf die Sie im Normalzustand nicht zugreifen können. Es wird Adrenalin ausgeschüttet. Sie werden wach, erfinderisch, kreativ, schnell und bekommen Zugang zu Ihrer Intuition. Alles Fähigkeiten, die Sie brauchen, um Neuland zu entdecken. In Zeiten von Veränderung ist Angst also Ihr bester Verbündeter. EIGENTLICH!

Sie ahnen wahrscheinlich schon, wo das Problem liegt. Das Problem ist, dass wir die Angst selbst zum Problem gemacht haben. Angst wurde zum „Feind“ erklärt, weil Angst ein Auslöser von Stress ist und sie uns unserer Illusion von Sicherheit beraubt. Wir wollen uns doch sicher fühlen, da ist Angst einfach kontraindiziert. Also versuchen wir, so gut wie möglich, die Angst „wegzumachen“, sie nicht zu fühlen, sie nicht aufkommen zu lassen – sei es durch Meditation, positives Denken, Pillen oder indem wir uns einfach durch Ablenkung „taub“ machen. Das Dumme ist, die Angst ist trotzdem da, sie wabert dann im Untergrund – und damit auch der Stress, der andauernde Adrenalinausstoß, etc. bis wir eben ausgebrannt sind oder sich die Angst nachts, wenn wir keine Kontrolle mehr über unsere Taubheit haben, in Panikattacken einen Weg bahnt.

Dabei wäre die einzig gesunde Art, die Angst loszuwerden, sie bewusst zu nutzen, nämlich dafür, wofür sie gedacht ist. Angst kommt auf – wird genutzt, z.B. um den nächsten Evolutionsschritt zu machen – und sie verschwindet wieder, zusammen mit dem Stress. So einfach wäre das. Leider haben wir das nicht gelernt. Wir haben nicht gelernt bewusst, erwachsen und gesund mit Angst umzugehen. Und genauso wenig mit den anderen Gefühlen, wie Traurigkeit, Wut und Freude. Und diese mangelnde emotionale Fähigkeit wird vielen Menschen in diesen Zeiten zum Verhängnis.

Daher liegt in bewusster Gefühlsarbeit ein bedeutender Schlüssel zur Entwicklung von authentischer Resilienz. So wie Sie mit Krafttraining und der richtigen Ernährung Ihren physischen Körper trainieren und widerstandsfähig machen können, können Sie mit bewusster Gefühlsarbeit auch Ihren emotionalen Körper kraftvoll und widerstandsfähig machen – und zwar ohne Ihre Gefühle zu betäuben.

Schlüssel Nummer 2: der bewusste Umgang mit Ihrer persönlichen Energie

Die Betrachtung der energetischen Ebene in Bezug auf Stress bzw. Resilienz ist ebenfalls herausfordernd, da die meisten Menschen sich gar nicht darüber bewusst sind, dass sie einen energetischen Körper haben. Auch hierüber haben Sie wahrscheinlich noch nicht viel gehört oder gelernt, außer Sie machen zufällig Yoga oder Tai Chi oder lesen einschlägige Schriften, wie die von Rupert Sheldrake. Ihre persönliche Energie ist unsichtbar und damit schwer zu fassen oder zu beschreiben. Ein einfaches Beispiel macht vielleicht deutlich worüber ich spreche. Vielleicht kennen Sie folgende Situation. Sie gehen shoppen und verbringen einen Nachmittag in einer belebten Innenstadt oder einem gut frequentierten Einkaufszentrum. Wie fühlen Sie sich nach ein paar Stunden in der bewegten Menge? Die meisten Menschen fühlen sich danach schlapp und energetisch ausgelaugt.

Energie ist eine heiß begehrte Ware – und da spreche ich nicht nur von Strom oder Benzin, sondern auch von Ihrer persönlichen Energie. Die ist nämlich ähnlich wertvoll wie Strom. Ihre Energie ist verbunden mit Ihrer Aufmerksamkeit. „Where your attention goes, your energy flows“, ist ein zumindest in Yogakreisen bekannter Spruch. Ihre Energie folgt Ihrer Aufmerksamkeit. Worauf Sie sich konzentrieren, da geht auch Ihre Energie hin. Und da Energie kostbar ist, wollen sie alle haben und versuchen daher, mit allen Mitteln Ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sei es das Schuhgeschäft mit seinem schön geschmückten Schaufenster – und natürlich auch alle anderen Geschäfte, die Ihre Energie in Form von Geld haben wollen – oder seien es die Medien, die Werbung, Politiker, Ihr Arbeitgeber, Ihre Kollegen, Ihre Kunden, Ihr Mann, Ihre Kinder, etc. Alle wollen ein wenig von Ihrer Energie haben.

Und wenn Sie nicht aufpassen und nicht in der Lage sind, bewusst mit Ihrer Aufmerksamkeit und damit Ihrer Energie umzugehen, kann es passieren, dass Sie Ruckzuck keine Energie mehr für sich selbst übrig haben bzw. für die Dinge, die Ihnen wichtig sind. Es gibt aber auch noch andere Faktoren, die Ihnen unbemerkt Energie rauben können. Zum Beispiel unerledigte Aufgaben auf Ihrer To Do Liste, unordentliche Räume, in denen keine Klarheit herrscht, ein zu voller Schreibtisch, unbezahlte Rechnungen, unausgesprochene Worte oder wenn Sie mit Ihren Gedanken ständig in der Zukunft oder in der Vergangenheit sind. All diese Dinge wirken wir kleine Löcher in Ihrem energetischen Körper, aus denen kontinuierlich deine Energie entweicht.

Neben der bewussten Gefühlsarbeit ist daher auch das Trainieren des energetischen Körpers, also das Erlernen des bewussten und verantwortlichen Umgangs mit Ihrer persönlichen Energie entscheidend, um ganzheitliche Resilienz zu entwickeln. Ganzheitliche oder authentische Resilienz und damit eine gesunde Stress-Prophylaxe erfordern das Trainieren aller vier Körperebenen, da ansonsten eher Taubheit erzeugt, als echte Widerstandskraft. Ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement sollte durch diese Faktoren ergänzt werden, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten. Wie sieht es mit dem Gesundheitsmanagement in Ihrem Unternehmen aus? Wie wäre es mit einem Upgrade auf die nächste Ebene?

Das Emotional Empowerment ist eine wirkungsvolle Methode, um auch unsere emotionale und energetische Körperebene zu trainieren. Entsprechende Angebote gibt es hier: Emotional Empowerment Training

Welche unbewussten Schattenabsichten verfolgt Ihr Unternehmen?

Welche unbewussten Schattenabsichten verfolgt Ihr Unternehmen?

Wie Organisationen erwachsen und verantwortlich werden …

In der Entwicklung von Einzelpersonen hin zu verantwortlichen Erwachsenen, die in ihrer vollen Kraft stehen, hat sich ein Aspekt als entscheidend herausgestellt: die Bewusstheit über die eigene Schattenseite. Erst wenn ein Mensch wirklich Klarheit über die unbewussten unverantwortlichen Mechanismen hat, die in ihm ablaufen und die seine hehren und verantwortlichen Absichten sabotieren, hat der Mensch eine Wahl und kann ein verantwortlicheres Spiel kreieren.

Jeder Mensch trägt eine helle verantwortliche Seite in sich und gleichzeitig auch eine unverantwortliche Schattenseite, die meist im Unbewussten agiert. Andere Ausdrücke dafür sind zum Beispiel Unterwelt, innerer Schweinehund, Schatten oder Dämon. Vielleicht kennen Sie das – Sie wollen einen schönen, entspannten Nachmittag im Kreise Ihrer Familie verbringen und am Ende finden Sie sich in einem handfesten Streit wieder, bei dem es darum geht, wer in einer bestimmten Sache Recht hat. Es wird laut, Türen knallen und Sie sind beleidigt oder reden die nächste Stunde nicht mehr mit Ihrem Partner. Oder Sie wollen sich nach dem Mittagessen ein kleines Stückchen Schokolade und einen Espresso gönnen, um den Genuss abzurunden – am Ende haben Sie die ganze Tafel verputzt, haben ein schlechtes Gewissen und keine Ahnung, wie das passieren konnte.

Dies sind nur zwei kleine „banale“ Beispiele, wie die Schattenseite in Ihnen unbewusst Ihre verantwortlichen Absichten sabotiert. Es ist der Teil in Ihnen, dessen Ziel es ist, Verantwortung partout zu vermeiden und Beziehung, Nähe, Kommunikation und Gemeinschaft zu zerstören. Er bedient sich dazu auch unlauterer Mittel, wie z.B. Lügen, Betrügen, Ignoranz, Vorenthalten von Informationen, Faulheit, Arroganz, Überheblichkeit, usw. Ihm ist jedes Mittel recht, um sein Ziel zu erreichen.

Wenn Sie keine Bewusstheit über diesen Teil in Ihnen haben, dann regiert er unbewusst in Ihrem Leben, um andere oder sogar Sie selbst zu schädigen und sabotiert permanent das, was Sie eigentlich erreichen wollen (vorausgesetzt, es handelt sich dabei um helle Ziele, die etwas Größerem dienen). Wenn Ihre Absicht z.B. ist, Teamwork und Gemeinschaft zu erzeugen, jedoch immer wieder Einzelkämpfertum und Streit das Ergebnis sind, kann es sein, dass Ihr Schattenanteil oder der Schattenanteil anderer Teamkollegen diese Absicht unbewusst untergraben, um möglicherweise Macht auszuüben, Verantwortung zu vermeiden oder Recht zu behalten.

Es geht um Bewusstheit

Der erste Schritt in Richtung verantwortliches Erwachsensein besteht darin, anzuerkennen dass Sie eine Schattenseite haben. Von dort aus kann es dann weitergehen mit der Erforschung, welchen Schattenprinzipien dieser Teil in Ihnen konkret dient. Um noch einmal einige Beispiele für Schattenprinzipien zu nennen: Rechthaberei, Besserwisserei, Arroganz, Rache, Machtmissbrauch, Manipulation, Mobbing, Ignoranz, Erniedrigung, Überheblichkeit, Betrug, Zerstörung, Perfektionismus, Neid, Eifersucht, Verschwendung, Vorteilsnahme, Korruption, Vetternwirtschaft, Herrschen, Konkurrenz etc. Um in die volle eigene Kraft zu kommen, ist es essentiell, Ihre Unterwelt in Besitz zu nehmen. Dazu ist es wichtig, so viel wie möglich über Ihre Unterwelt herauszufinden, um Klarheit darüber zu haben, wann und wie Ihr Schatten am Werk ist, um dann mit dieser Klarheit bewusst ein anderes Spiel kreieren zu können.

Es geht also in keinster Weise darum, Ihren Schatten loszuwerden oder diesen Teil zu „verteufeln“. Die Schattenseite ist nicht schlecht, sondern sie produziert bestimmte Ergebnisse, da es ihre Absicht ist, Verantwortung zu vermeiden. Sie können diesen Teil nicht loswerden. Je mehr Sie versuchen würden, ihn loszuwerden, desto mehr würde er wieder ins Unbewusste gedrängt und könnte von dort aus wieder unbemerkt sein Spiel entfalten. Es geht um Bewusstsein und um die bewusste Wahl, die dadurch möglich wird.

Auch Organisationen haben eine Unterwelt

Aber nicht nur Individuen haben eine helle und eine Schattenseite, sondern auch Unternehmen und Organisationen. Eine Organisation ist eine Gemeinschaft von Individuen, die zusammenkommen, um gemeinsam einer bestimmten bewussten Absicht zu dienen. Diese ist heutzutage oft sogar ausformuliert in einem Leitbild oder einem Mission Statement. Dies entspricht der hellen Absicht der Organisation, dem Dienst, den die Gemeinschaft für das größere Ganze zur Verfügung stellt. In den letzten Jahren ist es durchaus Mode geworden, dass Organisationen ihre Leitprinzipien und Werte, denen sie dienen, herausarbeiten und kommunizieren. Moderne Unternehmens-Webseiten und -Broschüren sind voll davon. Dieses gemeinsame Leitbild ist sinnstiftend, führt zu mehr Klarheit und zu einer hohen Identifikation von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden mit der Organisation.

Was bisher aber noch völlig im Dunkeln liegt bzw. worüber sich Organisationen in keinster Weise bewusst sind ist, dass sie eben nicht nur bewussten Absichten im Rahmen von verantwortlichen Werten und Prinzipien dienen, sondern unbewusst auch Schattenabsichten am Werk sind, die unverantwortlichen Prinzipien dienen. Vielleicht ist auch hier Ihre erste Reaktion: „Mein Unternehmen und unverantwortliche Absichten? Nein, das glaube ich nicht.“ Zeit genauer hinzusehen. Und zwar immer vor dem Hintergrund, dass es um Bewusstheit geht und nicht um die Verteufelung von Unverantwortlichkeit. Es geht nicht um gut oder schlecht, sondern darum, zu erforschen, welches Spiel unbewusst in Ihrer Organisation abläuft, um dann die Möglichkeit zu erhalten, bewusst ein anderes Spiel zu spielen.

Nehmen wir ein berühmtes und eindrückliches Beispiel einer Organisation mit Licht und Schatten – die Katholische Kirche. Die bewussten und verantwortlichen Absichten, denen sie dient, sind offensichtlich und bekannt. Weniger offensichtlich, aber dennoch sichtbar sind die Schattenabsichten und -prinzipien, welche wirksam sind und zu entsprechenden Resultaten geführt haben bzw. immer noch führen. Denken Sie nur an die Zeiten der Kreuzzüge, der Inquisition oder die Tatsache, dass eine gemeinsame Eucharistiefeier zwischen katholischen und evangelischen Christen offiziell heute noch nicht gewollt ist. Welche Schattenprinzipien könnten hier am Werk sein? Trennung, Machtmissbrauch, Hierarchie, Unterdrückung, Krieg, etc. wären zum Beispiel naheliegend. Oder nehmen wir modernere Beispiele wie die Volkswagen AG mit dem aktuellen Abgasskandal oder die NESTLE S.A., die mit allen Mitteln versucht, Wasserrechte zu privatisieren. Hier sind es vielleicht Schattenprinzipien wie Betrug, Lüge oder Gier, die am Werk sind. Und es sind nicht nur die großen Player, die eine Schattenseite haben, sondern JEDE Organisation – selbst NGOs oder Non-Profit-Organisationen oder Hilfswerke.

Voraussetzungen für eine erwachsene Organisation

Warum ist es nützlich für eine Organisation, sich bewusst zu werden über ihre Schattenabsichten und die Schattenprinzipien, die unbewusst am Werk sind? Wir sind gerade in einer kulturellen Umbruchszeit. Die Arbeitswelt verändert sich bzw. muss sich verändern, da die alten und bekannten Vorgehensweisen und Strukturen nicht mehr dieselben Ergebnisse bringen, wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Im Rahmen von Bewegungen wie „New Work“ oder „New Economy“, wird eines deutlich: die zukünftige Art von Zusammenarbeit muss mehr auf Augenhöhe stattfinden, klassische hierarchische Pyramidenstrukturen werden abgelöst von Netzwerkstrukturen, bei denen alle Beteiligten mehr Verantwortung für die gemeinsame Vision übernehmen (sollen). Weg vom Prinzip „Befehl und Gehorsam“ hin zu gemeinschaftlicher verantwortlicher Co-Kreation und Kollaboration.

Organisationen werden erwachsener und verantwortlicher und emanzipieren sich Schritt für Schritt von dem alten Paradigma der Herrschaft und Hierarchie. Genauso wie auf individueller Ebene, kann diese Transformation aber nur dann abschließend gelingen, wenn auch auf gemeinschaftlicher Ebene Bewusstheit über die vorhandenen unverantwortlichen Schattenabsichten erlangt wird. Echte Verantwortung kann nur dann gelebt werden, wenn auch die unbewusst ablaufenden unverantwortlichen Muster offengelegt werden.

Welchen versteckten Absichten dient Ihre Organisation? Welche Schattenprinzipien sind bei Ihnen unbewusst am Werk? Wenn Sie sich gemeinsam einmal diese Fragen stellen, könnte das Ergebnis gleichzeitig erhellend und schmerzhaft sein. Sind es vielleicht Ausbeutung, Konkurrenzkampf, Zerstörung (z.B. der Umwelt), Unterdrückung, Besserwisserei, Intransparenz oder Betrug? Es ist nicht einfach, dem eigenen Schatten mutig ins Gesicht zu blicken – egal ob als Individuum oder als Gruppe. Gleichzeitig ist es sehr heilsam, zuzugeben, dass auch das passiert. Der gemeinsam empfundene Schmerz über die unverantwortlichen Resultate, die Sie zusammen erzeugen, kann eine ebenso starke Inspirationsquelle für Veränderung sein, wie das gemeinsam formulierte Leitbild. Es macht uns ehrlicher, bewusster und realistischer – und lässt uns gemeinsam nach Alternativen und Lösungen suchen.

Voraussetzung für das Erwachsenwerden von Organisationen ist einerseits, dass die beteiligten Individuen Bewusstheit über ihre persönlichen unverantwortlichen Muster erhalten und im nächsten Schritt, dass die unverantwortlichen Prinzipien herausgearbeitet werden, denen die Gruppe gemeinsam dient. Auf diese Weise wird nicht nur jeder einzelne und die Organisation erwachsen und kann einen größeren Grad an Verantwortung übernehmen, sondern dies führt dann auch auf gesellschaftlicher Ebene dazu, dass wir kollektiv eine verantwortlichere, erwachsenere Kultur entwickeln. Denn auch auf kollektiver, gesellschaftlicher Ebene sind unbewusst Schattenprinzipien am Werk, die zu Resultaten führen, welche so weit gehen, dass sie das Überleben der gesamten Menschheit und vieler anderer Lebensformen gefährden.

Aber Achtung: eine bewusste Reise in die Unterwelt – egal ob Ihre persönliche oder die der Organisation zu der Sie gehören – ist kein entspannter Sonntagnachmittag Ausflug, sondern eine herausfordernde, intensive und transformierende Reise, bei der Sie sich bewusst von noch vorhandener Naivität und von Selbstbetrug verabschieden. Es ist eine Reise für Erwachsene, die bereit sind radikale Verantwortung zu übernehmen.

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